Elektroautos sind auf Deutschlands Straßen bislang eher selten. Das soll sich ab dem nächsten Jahr Schritt für Schritt ändern. Die Autobranche setzt nun zunächst auf Dienstwagen, um den Verkauf von E-Autos anzukurbeln und fordert steuerliche Anreize.

Bislang gilt das Elektroauto wegen der höheren Anschaffungskosten auch bei Dienstfahrzeugen als finanziell unattraktiv. Denn Nutzer eines Strom-Firmenwagens haben wegen des höheren Listenpreises einen größeren geldwerten Vorteil zu versteuern.
Elektroautos sind derzeit noch viel teurer - 8.000 bis 10.000 Euro mehr - als vergleichbare Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb. Das hängt vor allem mit der teuren Batterie zusammen.
So forderte der Präsident der Automobilindustrie , Matthias Wissmann, einen sogenannten Nachteilsausgleich. Dabei gehe es bei E-Autos um den vergleichbaren Preis von Fahrzeugen mit einem Verbrennungsmotor. Dies hänge aber derzeit im Zusammenhang mit dem Jahressteuergesetz beim Bundesrat. "Wir hoffen, dass das freigegeben wird."
15 neue Modelle geplant
Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen. Dieses Ziel gilt aber als gefährdet. Bisher gibt es Probleme vor allem noch beim Preis und der Reichweite der Batterien. Derzeit gibt es nur ein paar Tausend E-Autos, bei einem Bestand von rund 43 Millionen Pkw.
Die deutschen Hersteller wollen in den kommenden beiden Jahren rund 15 E-Auto-Modelle auf den Markt bringen. Die Investitionskosten für Forschung und Entwicklung betragen Milliarden. "Unsere Unternehmen gehen damit enorm in Vorleistung. Es wird lange dauern, bevor sich diese hohen Investitionen rechnen", sagte Wissmann.
Notwendig seien daher mehr Anreize für die Hersteller, E-Autos auf den Markt zu bringen. "Ein Automobilunternehmen bringt keine Autos auf den Markt aus gemeinnützigen Gründen, sondern aus Gründen der Wirtschaftlichkeit." Wenn aber der wirtschaftliche Gesichtspunkt kurz- und mittelfristig noch nicht trage, müsse es eine langfristige verlässliche Perspektive geben. dpa