Digitale Tachografen Die Lenkzeit immer im Blick

In neu zugelassenen Nutzfahrzeugen mit einem Gesamtgewicht ab 3,5 Tonnen dürfen nur neue digitale Tachografen eingebaut werden, die ein zweites Geschwindigkeitssignal berücksichtigen. Das schreibt die europäischen Verordnung Nr. 1266/2009 vor. Die neuen Vorgaben treffen auch auf Handwerksbetriebe zu, die nicht unter die Ausnahmeregeln für Handwerksunternehmen fallen. Stoneridge und VDO sind die einzigen verbleibenden Hersteller eines digitalen Tachografen, die mit ihren Geräten SE5000 Exakt Duo und DTCO 2.0 eine Freigabe der Fahrzeughersteller haben.

Ralf Johanning

Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten bleibt ein Problem für viele hauptberufliche Fahrer im Handwerk. Um ihnen mehr Klarheit über ihre Restlenkzeiten zu verschaffen, haben sich Stoneridge und VDO dazu entschieden, ihre neuen Geräte mit der Anzeige der aktuellen Restlenkzeit auszustatten. Stoneridge und VDO sind die einzigen verbleibenden Hersteller eines digitalen Tachografen, die mit ihren Geräten SE5000 Exakt Duo und DTCO 2.0 eine Freigabe der Fahrzeughersteller haben.

Die Anzeige der aktuellen Restlenkzeit für den Fahrer nennt Stoneridge Driver Decision Support (DDS), die im Gerät integriert ist. Bei VDO läuft es unter dem Namen VDO Counter und ist optional ab Herbst mit der Version 2.0a erhältlich.

Was der Fahrer wann tun darf

Der neue digitale Tachograf von Stoneridge. - © Stoneridge
auto digitaler tacho
Der neue digitale Tachograf von VDO. - © VDO
auto digitaler Tacho

Das Erscheinungsbild auf dem Display ist bei den Herstellern jedoch sehr unterschiedlich. Stoneridge arbeitet mit großen Ziffern. Auf dem Display erscheinen die aktuelle Tätigkeit mit großer Zeitangabe und die darauf folgende notwendige Tätigkeit mit einer kleineren Zeitangabe. Während der Ruhezeit wiederum zeigt der SE5000 Exakt Duo die verbleibende Zeit bis zum Ende und die nächste Aktivität. Der DTCO 2.0 von VDO bietet ein dreigeteiltes Display. Auf einen Blick erkennt der Fahrer so, wie lange er noch fahren darf und wie lange die nächste Ruhezeit dauern muss. Zudem wird angezeigt, wie lange er anschließend fahren darf. Befindet er sich hingegen in der Pause, so zeigt das Display die verbleibende Ruhezeit sowie die anschließende maximale Fahrzeit.

Unterschiede gibt es noch immer bei den Downloadzeiten der Fahrer- und Massenspeicherdaten. Stoneridge verspricht, dass der SE5000 Exakt Duo im Idealfall durchschnittlich 1,5 Minuten für das Herunterladen von 90 Tagen benötigt. Beim regelmäßigen Herunterladen des kompletten Massenspeichers braucht er vier bis fünf Minuten. VDO spricht beim DTCO 2.0 für die 90 Tage von 30 Sekunden bis hin zu drei Minuten und beruft sich auf die Übertragungsgeschwindigkeit. Beim Download des Massenspeichers sollen es etwa drei bis vier Minuten sein.

Ein weiterer Grund für die Einführung der neuen Tachografen ist die höhere Sicherheit gegen Manipulationen. Beide Hersteller haben sich für ein ähnliches System entschieden. Sie nehmen die Geschwindigkeit vom ABS ab. Sollte das nicht mehr funktionieren, so erhält der Fahrer sofort eine Fehlermeldung.

Das plant die EU-Kommission

Nach der Änderung ist vor der nächsten Änderung. Schon jetzt plant die Europäische Kommission weitere Verbesserungen der Manipulationssicherheit für den digitalen Tachografen.

Dazu gehört eine mögliche Fernabfrage des Fahrtenschreibers durch Kontrollbehörden. Diese soll durch DSRC-Technik (Dedicated Short Range Communication) in einem Radius von 100 bis 200 Metern möglich sein. Dabei gehe es aber nur darum, zu prüfen, um feststellen zu können, ob das Gerät möglicherweise manipuliert oder missbraucht wurde. Es werde nicht möglich sein, die Fahrerdaten auf diese Weise abzufragen. Außerdem plant die EU die automatische Aufzeichnung von Start- und Zielort einer Tour durch GPS-Ortung, die Pflicht einer genormten Schnittstelle und eine bessere Überwachung der Werkstätten. Diese Änderungen sollen ab dem Jahr 2017 greifen.