Damit die Fuhrparkkosten nicht aus dem Ruder laufen Vernünftig fahren hilft beim Spritsparen

Die Zeiten der großen Spritschlucker sind vorbei. Nachdem in den vergangenen Jahren die Kraftstoffpreise weiter angezogen haben, setzen auch viele Handwerksunternehmen lieber auf sparsame Fahrzeuge und schulen die Fahrer.

Ralf Johanning

Klaus D. Händel, Geschäftsführer der Händel GGG GmbH in Bruchsal. - © Bello

Die Wahl des Fahrzeugs entscheidet schon beim Kauf über die laufenden Betriebskosten. Dessen dürfte sich jeder Handwerker bewusst sein. Doch der Teufel steckt im Detail. „Schöpfen Handwerker die volle Nutzlast eines Fahrzeugs aus und setzen dabei auf eine geringe Motorleistung, dann kann das zu einem sehr hohen Kraftstoffverbrauch führen“, sagt Reinhard Buchsdrücker, Projektleiter-Fahrsimulator bei der Sachverständigen- und Prüforganisation Dekra. So rechne sich ein so genannter Eco-Motor oder eine höhere Motorleistung schon nach einer im Vergleich gesehenen geringen Laufleistung. Es geht aber noch anders.

Gebäudereiniger testet Gas- und Elektrofahrzeuge

Die Händel GGG GmbH, ein Unternehmen für Gebäudereinigung mit angeschlossenem Großhandel aus Bruchsal, testet mehrere Erdgasfahrzeuge sowie ein Elektrofahrzeug. „Bisher haben wir gute Erfahrungen mit den alternativen Antrieben gemacht. Wir wollen aber erst noch länger testen, bevor wir unseren Fuhrpark weiter umstellen“, sagt Geschäftsführer Klaus D. Händel.

Die Strecken sind eigentlich perfekt für die Fahrzeuge. Die Mitarbeiter sind zumeist in einem Umkreis von 30 Kilometern um Bruchsal unterwegs. Insgesamt hat das Unternehmen mit seinen 350 Mitarbeitern einen Fuhrpark von 22 Fahrzeugen. Darunter befinden sich ein Mercedes Sprinter für den Großhandel, mehrere VW-Busse für die Glasreiniger und Hausmeister sowie ein Mercedes Vito. Hinzu kommen Autos für den Chef und ein paar Verwaltungsmitarbeiter. „Wir versuchen, die Fahrer alle zwei Jahre im wirtschaftlichen Fahren zu schulen“, sagt Händel. Das sorge für ein verbessertes Verständnis im Umgang mit den Fahrzeugen. Immerhin konnte das Unternehmen den Verbrauch schon um fünf bis zehn Prozent senken.

Nicht hetzen lassen

Zum umweltfreundlichen Fahren gehört nicht nur das Verhalten während der Fahrt. Schon vor dem Start sollte sich der Fahrer vieles bewusst machen und umsetzen. Dekra-Experte Buchsdrücker empfiehlt eine gute Absprache zwischen Meister und Fahrer. Denn sobald sich der Fahrer gehetzt fühle, gebe er mehr Gas. Dabei sei das häufig gar nicht notwendig. Der richtige Umgang mit der Ladung kann ebenfalls die Spritrechnungen verkleinern. „Gerade Material sowie Werkzeuge, die selten benötigt werden, haben auf dem Fahrzeug nichts zu suchen“, betont Buchsdrücker. Es bestehe eher die Gefahr, dass das Fahrzeug überladen werde und dann schluckt es erst richtig viel.

Ein weiterer Punkt, um den Kraftstoffverbrauch zu senken, sind Wartung und Pflege. Allein mit korrekt eingestelltem Reifendruck lassen sich bis zu vier Prozent Kraftstoff einsparen. Hinzu kommt, dass sich die Lebensdauer eines Reifens um fast die Hälfte verringert, wenn der Druck um 0,6 bar vom Ideal abweicht. Damit nicht genug: „Ein verschmutzter Luftfilter sowie weitere technische Faktoren lassen die Zeitabstände zwischen den Tankstopps ebenfalls schrumpfen“, so Buchsdrücker.

Werden alle Faktoren berücksichtigt, gelingt es dem Fahrer, anfangs zwischen 15 und 18 Prozent Kraftstoff zu sparen. Doch der Alltag holt sie schnell wieder ein. „Meist pendelt sich der geringere Verbrauch bei sieben bis acht Prozent ein“, erläutert Buchsdrücker. Das stimmt auch mit den Zahlen von Händel überein. Zwar setzen die Mitarbeiter das Gelernte noch um, doch es fehle dabei die notwendige Konsequenz, stellte Händel fest. Dann wird es wohl mal wieder Zeit für einen Auffrischungskurs.