Über die Sicherheit von Fußgängern auf Zebrastreifen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Nachdem der Auto Club Europa (ACE) die Fußgängerüberwege als Unglücksfalle bezeichnet hatte, widersprachen die Unfallforscher der deutschen Versicherer (UDV). Zebrastreifen seien wesentlich sicherer als ampelgeregelte Straßenübergänge und Haltestellen.
Ulrich Steudel
Der ACE bemängelte in einer Studie zum Thema Fußgängerunfälle, dass fast jeder fünfte dieser Unfälle mit Personenschaden innerhalb geschlossener Ortschaften an Fußgängerüberwegen passiert, die im Volksmund als Zebrastreifen bezeichnet werden und Fußgängern eigentlich einen besonderen Schutz gewähren sollten. 5100 Fußgänger seien im Jahr 2010 an einem Fußgängerüberweg verunglückt, verweist der ACE auf eine Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
Die Unfallforscher der deutschen Versicherer halten das für Panikmache. Eigene Studien hätten ergeben, dass an Fußgängerüberwegen, die gemäß den Richtlinien angelegt wurden, nur ganz selten Fußgänger verletzt werden. Die Unfälle würden sich meist auf ältere Überwege mit teils erheblichen Defiziten konzentrieren. Die UDV fordert daher die Kommunen auf, nicht korrekt angelegte Zebrastreifen entweder zu entfernen oder regelgerecht umzubauen.
Nach UDV-Angaben sind im Jahr 2010 nur sechs Prozent aller innerhalb geschlossener Ortschaften getöteten Fußgänger Zebrastreifen gestorben. Damit seien diese wesentlich sicherer als ampelgeregelte Überwege (17 Prozent der Getöteten) und Haltestellen (10 Prozent).
Insgesamt ist die Zahl der Fußgängerunfälle seit Jahren rückläufig. Zwischen 1991 und 2010 ist sie von 50.163 um 36 Prozent auf 32.145 zurückgegangen, meldet der ACE.
