Warnung vor Betrügern Tipps für den Autokauf im Internet

Der Großteil aller gebrauchten Autos wird online angeboten – ein besonders unsicherer Markt, wie Experten warnen. Sechs Millionen deutsche Internet-Nutzer sind laut Bundeskriminalamt bei Online-Einkäufen bereits betrogen worden. Die Initiative "Sicherer Autokauf im Internet" nennt die bekanntesten Betrugsmethoden und zeigt, wie man sich schützen kann.

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Die Landeskriminalämter verbuchen allgemein steigende Zahlen von Internetkriminalität. Wo genau die Gefahren lauern, ist allerdings unklar, denn eine statistische Signifikanz lässt sich nicht feststellen. In der Kriminalstatistik werden Fälle von Internetbetrug nach wie vor unter dem Sammelbegriff "Straftaten mit Tatmittel Internet" erfasst. Darunter fallen auch Straftatbestände wie Phishing oder die betrügerische Manipulation von Computern, Programmen oder Daten.

Nach Einschätzung von Fachleuten werden 90 Prozent alle Gebrauchtwagen online angeboten, entsprechend viele Betrüger tummeln sich auf dem virtuellen Markt. Die Initiative "Sicherer Autokauf im Internet" gibt Verbrauchern auf dem Ratgeber-Portal sicherer-autokauf.de Tipps, wie sie sich vor Betrug schützen können. Hinter der Initiative stehen der ADAC, die Web-Portale AutoScout24 und mobile.de sowie die Polizei.

Keine Vorkasse leisten

Besondere Vorsicht ist nach den Erfahrungen der Fachleute geboten, wenn in irgendeiner Form Vorkasse verlangt wird. "Das ist beispielsweise auch der Fall, wenn der Verkäufer die Kosten für einen angeblichen Transport des verkauften Fahrzeugs ins Ausland vorschießen soll", erklärt ADAC-Jurist Klaus Heimgärtner eine Masche der Betrüger.

Die Anzeigenmärkte im Internet prüfen weder die Identität des Käufers und dessen Zahlungsfähigkeit noch das Vorhandensein des Fahrzeugs. "Vorsicht ist also angebracht", rät Heimgärtner Käufern, "denn immer wieder wird eine Zahlung des Kaufpreises per Scheck angeboten, der dann auf dem Konto nur vorläufig gutgeschrieben wird und später platzt".

Entsprechend rät der Autoclub, den Kaufpreis erst dann zu zahlen, wenn die Papiere und der Schlüssel ausgehändigt sind. "Je nachdem aus welchem Land die Schecks stammen, können endgültige Gutschriften bis zu 70 Tage dauern", gibt Heimgärtner zu bedenken.

E-Mails aufbewahren

Unzuverlässig sind Zulassungsbescheinigungen oder amtliche Dokumente per Mail. Sie können leicht digital gefälscht werden. Auch sollte man keinesfalls Informationen zum Versicherungsverhältnis herausgeben. Sie können etwa für fingierte Schadensmeldungen missbraucht werden. Auf Fotos, die ins Internet gestellt werden, sollte grundsätzlich das Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden.

Vorsicht ist beim Versand einer Kaufvertragsbestätigung per E-Mail geboten. Diese hat im Zweifelsfall Bestand vor Gericht. Daher sollte mit Antworten auf unaufgeforderte E-Mails angeblicher Interessenten sehr achtsam umgegangen werden. Es wird empfohlen, in den E-Mails den vollständigen Sachverhalt und den Grund für die E-Mail zu schildern und den gesamten E-Mail-Verkehr zwischen Verkäufer und dem Interessenten aufzubewahren.

Nie Daten oder Passwörter heraus geben

Misstrauen ist immer angesagt, wenn ein Verkäufer nur per E-Mail erreichbar ist und keine Telefonnummer angegeben hat. Mit sogenannten Phishing-Mails versuchen Betrüger, an vertrauliche Daten des Verkäufers zu kommen. Sie fälschen die Mails, indem sie sich als vertrauenswürdige Person ausgeben. Um sich zu schützen, ist die Weitergabe von Daten und Passwörtern folglich tabu. dapd