Sport Utility Vehicle Schwacke analysiert SUV-Betriebskosten

Immer mehr Autofahrer steigen vom normalen Pkw auf ein so genanntes SUV (Sport Utility Vehicle) um. In gleichem Maße wächst das Angebot der Hersteller der geländewagenähnlichen Fahrzeuge, so dass potenzielle Käufer die Qual der Wahl haben. Ein Vergleich der Betriebskosten kann bei der Kaufentscheidung wertvolle Hinweise geben.

Ulrich Steudel

Bei der Anschaffung noch verhältnismäßig teuer, ist der Audi Q3 bei den Betriebskosten vergleichsweise günstig. Ausgestattet mit einem 140 PS starken Dieselmotor kostet er den Fahrer "nur" 46,05 Cent/km. - © Audi
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Der Markt für SUV boomt mit zweistelligen Zuwachsraten. Bei rund 70 Modellreihen fällt es immer schwerer, den Überblick zu behalten. Insbesondere die Folgekosten nach dem Kauf lassen sich nur schwer einschätzen. Experten von Schwacke haben daher die Betriebskosten aller in Deutschland angebotenen SUV untersucht und sind zum Teil zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Überraschend bei der Berechnung war die außergewöhnliche Spannweite der Kosten, die je nach Modell bis zum Faktor fünf differieren. So findet sich schon das günstigste der ausgewählten SUV, der Dacia Duster dCi 110 FAP, trotz des geringsten Einstandspreises von 17.690 Euro mit Betriebskosten von 40,52 Cent pro Kilometer in der Schwacke-Analyse wieder. Ein überraschend hoher Wert, denn der zweitplatzierte Audi Q3 mit Zweiliter-TDI-Motor liegt trotz rund 12.000 Euro Mehrpreis bei den Betriebskosten lediglich 5,5 Cent oberhalb des Dacia. Beim Marktführer des Segments, dem VW Tiguan in der besonders beliebten Variante mit dem 2.0-Liter-TDI-Motor, liegen die Betriebskosten pro Kilometer bereits bei 51,13 Cent.

Richtig ins Geld geht der Betrieb von Oberklasse-SUV, nicht nur bei der Anschaffung. Bei den für die Übersicht ausgewählten deutschen Premium-SUV verursacht bereits das kostengünstigste Modell, der Mercedes ML 350 Bluetec, Betriebskosten von 74,09 Cent pro Kilometer, der BMW X5 xDrive 30d liegt um einen knappen Cent höher. Einen deutlichen Abstand hierzu hält der VW Touareg, bei dem sich Unterhaltskosten und Wertverlust auf einen Kilometerpreis von 80,54 Cent/km summieren. Wie gering der Einfluss des Kraftstoffverbrauchs auf die tatsächlichen Betriebskosten ist, verdeutlicht schließlich der Porsche Cayenne Diesel. Trotz des verhältnismäßig sparsamen Selbstzünders (Normverbauch 7,4 l/100 km) liegt er bei den Betriebskosten der ausgewählten Modelle an der Spitze. Mit 95,91 Cent macht er seinem Besitzer die Kosten-/Nutzen-Rechnung allerdings einfach: Jeder gefahrene Kilometer kostet einen knappen Euro.

Dass SUV generell höhere Kosten als Standard-Pkw verursachen, liegt nicht nur am höheren Einstiegspreis. Auch bei der Versicherung sind sie in der Regel hoch eingestuft, der Verbrauch liegt über dem niedrigerer und leichterer Pkw. Auch die Kfz-Steuer liegt im Schnitt höher: während im Pkw-Segment Motoren unter zwei Liter Hubraum den mit weitem Abstand größten Anteil stellen, ist es bei SUV eher umgekehrt. Selbst die spezielle SUV-Bereifung kostet Aufschlag gegenüber den kleineren Pneus, die beispielsweise in der Pkw-Mittelklasse Verwendung finden. Berechnet wurden die Kosten für die beachtliche Anzahl von 584 Modellvarianten aus dem Segment SUV. Auf Basis einer vierjährigen Haltedauer und einer Jahresfahrleistung von 15.000 km wurden die Berechnungen spezifiziert auf das Profil von Privatkunden angestellt. Eingeflossen in die Berechnung sind neben den Unterhaltskosten wie Steuer, Versicherung und Wartung unter anderem auch der von Schwacke ermittelte Restwert. Viele Käufer unterschätzen den Anteil des Wertverlustes bei den laufenden Kosten, dabei kann dieser je nach Modell im Laufe von vier Jahren bei bis zu 60 Prozent des Neupreises liegen. Wer hier gründlich rechnet, kann beim Neuerwerb erhebliche Summen sparen, teilt Schwacke mit.