Fiat hat für Handwerker aus ganz Deutschland zum dritten Mal die "Scudo Team Trophy" ausgerichtet. Ein Team ging auch für die Deutsche Handwerks Zeitung an den Start.
"Fahrtraining? Gar nicht so einfach, wie es ausschaut!"
Der Schauplatz: das alte Militär-Flughafengelände Pütnitz in Mecklenburg-Vorpommern. Verfallene Hallen, verlassene Kasernen, Ruinen, aus denen wilde Pflanzen wuchern. Überall stehen alte Fahrzeuge der russischen Armee herum, Busse, Panzerwagen. An diesem fast mystischen Ort haben sich Anfang September Handwerker aus ganz Deutschland zu einem ganz speziellen Wettkampf getroffen: der Fiat "Scudo Team Trophy 2011".
Zehn Zweier-Teams kämpfen in dem Wettbewerb um den Sieg in verschiedenen Kategorien. Am ersten Tag stehen knifflige Fahr- und Ladungsübungen mit dem Fiat-Transporter Scudo auf dem Pütnitzer Gelände an. Am zweiten Tag finden Outdoor-Events, Spiel und Sport am Strand von Warnemünde statt bei schönstem Sonnenschein. Der Wettbewerb, ausgerichtet von dem italienischen Autohersteller, beginnt an Tag 1 erst einmal mit den ernsten Aufgaben:
Mitten auf dem Gelände steht der Leiter des Technikvereins von Pütnitz, sozusagen der Herr im Hause. Hände hinter dem Rücken verschränkt, klare Sprache, klare Anweisungen. Die Handwerker lauschen gebannt. "Wenn Sie denken, die Übungen hier werden für Sie Pillepalle sein, dann liegen Sie falsch, Sie werden es sehen", erklärt er unmissverständlich. Und er wird recht behalten.
Zu den Trainings des Tages gehören unter anderem Rampenfahren, das Wenden auf engstem Raum, schmale Wege durchqueren, Slaloms meistern et cetera. Es geht darum, das Bremsen, Rutschen und Ausweichen in schwierigen Situationen zu erfahren. "Alles, was Sie in einer Extremsituation im Alltag mal dringend nötig haben, können Sie hier mit Ihrem Transporter gefahrlos üben", sagt der Leiter, der in Pütnitz auch Fahrertrainings durchführt.
Üben für Extremsituationen
"Seeeeeehr tricky", sagt Klaus Kuhn, als er die Rampe heraufwill. Kuhn und seine Lebensgefährtin Stefanie Dienst sind das Team der Deutschen Handwerks Zeitung, sie haben sich über die Zeitung für den Wettbewerb beworben. Die meisten Fahrer setzen übrigens hier an der Rampe auf. "Ist wirklich nicht so einfach, wie es immer ausschaut", sagt Stefanie Dienst.
Die beiden "DHZler" schlagen sich gut, sie haben Erfahrungen mit Fahrzeugen, das merkt man gleich. Der Raumausstatter und Firmeninhaber aus Dreieich bei Frankfurt/Main fährt schließlich auch ständig Transporter. Dass die beiden auch noch Rennkartfans sind, ist ebenfalls förderlich für ihre Fahrtechnik.
Trophy soll Spaß machen
Für Fiat ist der Grund für die Trophy – sie fand jetzt zum dritten Mal – statt klar. Der Autobauer möchte den engen Kontakt zur Zielgruppe Handwerk pflegen und will mit den Transportern auch ein bisschen für sich werben. Hunderte Handwerker hatten sich für das Wettkampf-Wochenende beworben. Aber: "Es soll den Teilnehmern am Ende doch vor allem Spaß gemacht haben", sagt Maren Dragon vom Fiat-Marketingteam.
Nach der Rampe stehen für die Handwerker noch acht weitere verflixte Disziplinen an, die sie alle früher oder später hinter sich bringen. Allerdings nicht ganz ohne Schrammen und Macken am Auto. Auch das ein oder anere Rücklicht muss dran glauben. „Ein bisschen Schwund ist immer“, kommentiert ein Handwerker.
Der Wettkampf wird den Teilnehmern dadurch versüßt, dass das Treffen im exquisiten Yachthafenhotel "Hohe Düne" in Warnemünde stattfindet, übrigens auch ein einstiges Militärgelände, dem man die Vergangenheit heute allerdings so gar nicht mehr ansieht. Hier ist Exklusivität angezeigt.
An Tag 2 müssen die zehn Zweierteams am Strand golfen, Fußballspielen, Geschicklichkeitsläufe machen und und und. Nur wer sich auch hier nicht dumm anstellt, gewinnt am Ende die Trophy. Spaßfaktor und Teamgeist dürfen nicht zu kurz kommen.
Einer der Höhepunkte ist das Modellieren eines Scudos aus Sand: Drei Sandkünstler helfen den Teams, sie haben bereits einen Scudo in Echtgröße in vier Tagen Fleißarbeit vor dem Hotel fertig gebaut. Die Ergebnisse der Handwerker sehen gegenüber den Profis lustig aus und werden wohl nicht den Weg als Konzeptstudie in die Fiatzentrale finden.
Klaus Kuhn und Stefanie Dienst stehen am Ende des Wettkampfes nicht auf dem Siegertreppchen. Aber es geht ihnen sowieso mehr ums olympische Prinzip: Dabei sein ist alles. Kuhn, der in seiner Firma Wohnfit viel zu tun hat, kann zwei Tage außerhalb des Büros mal durchaus genießen. Und das Fazit? "Schön war’s!"
bur