Neue Nutzfahrzeuge immer sicherer

Doch auf den Straßen sind viele Transporter mit Mängeln unterwegs weil sie nicht richtig gewartet werden

Von Hanni Kinadeter

Neue Nutzfahrzeuge immer sicherer

Dekra, GTÜ und KÜS haben Nutzfahrzeuge auf Sicherheit und Mängel überprüft - und sorgen mit unterschiedlichen Schlagzeilen für Verwirrung. Während die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) berichtet, „Transporter sind die Mängelriesen“, teilt die Dekra mit: „Transporter werden immer sicherer.“

Nach Auskunft der Dekra ist die Zahl der an Unfällen beteiligten Nutzfahrzeuge in den vergangenen Jahren gesunken. „Was Sicherheit und Fahrdynamik betrifft, sind Nutzfahrzeuge auf dem gleichen Niveau wie Pkws“, berichtet Unfallexperte Walter Niewöhner.

Nutzfahrzeuge, die neu auf den Markt kommen, würden immer sicherer. Wenn sie allerdings nicht richtig gewartet werden, bleiben sie nicht sicher und es entstehen Mängel, berichtet Niewöhner. Für eine angemessene Wartung müssten schon die Fahrzeugbetreiber sorgen. Diese sollten sich an die Wartungspläne der Hersteller halten und die Fahrzeuge regelmäßig überprüfen lassen. Obwohl die Dekra die zunehmende Sicherheit von Nutzfahrzeugen lobt, stellt auch sie zahlreiche Mängel fest. 57 Prozent der Fahrzeuge, welche die Dekra nach Unfällen überprüfte, wiesen technische Mängel auf. Bei fast jedem vierten Fahrzeug waren die Mängel unfallrelevant.

Unfallforscher Niewöhner empfiehlt Handwerkern, sich auch zum Thema Ladungssicherung zu informieren. „Mitarbeiter sollten darin geschult werden, wie sie den Transporter richtig beladen.“ Viele wüssten beispielsweise nicht, dass die Position der Beladung viel wichtiger sei als das Gewicht. „Beide Achsen des Fahrzeugs sollten optimal beladen werden“, erklärt Niewöhner.

Die GTÜ überprüfte für ihren Mängelbericht im ersten Halbjahr 2010 rund 200.000 Nutzfahrzeuge bei der Hauptuntersuchung. Nach Auskunft der GTÜ hatte mindestens jedes fünfte Fahrzeug erheblich Mängel oder war sogar verkehrsunsicher. Die meisten Mängel fand die GTÜ an Beleuchtung, Elektrik und an der Bremsanlage.

Dieses Ergebnis bestätigt auch die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS). Diese stellt fest: Kleintransporter weisen mehr Mängel auf als Pkws. Die KÜS hat 2,4 Millionen Fahrzeuge - darunter auch Pkws - bei der Hauptuntersuchung ausgewertet.

Bei der Begutachtung der Bremsen schnitten klassische Handwerkerfahrzeuge aber besser ab als Pkws. Bei Fahrgestell, Rahmen und daran befestigten Teilen schnitten die Kleintransporter dagegen deutlich schlechter ab als Pkws. „Konsequente Fahrerschulung und konkrete Vorschriften zur Ladungssicherung“ hält KÜS-Geschäftsführer Peter Schuler für wichtig, um die Straßen sicherer zu machen.

Die Sicherheit kann man verbessern, in diesem Punkt sind sich die Dienstleister einig. „Es gibt noch genügend Verbesserungspotenzial im Fahrzeugsegment“, findet auch Dekra-Vorstand Clemens Klinke.