IAA Nutzfahrzeuge Eine Messe steht unter Strom

IAA Nutzfahrzeuge in Hannover: Die Aussteller zeigen ihre Fortschritte in der Elektromobilität. Der E-Transporter wird marktreif. Von Robert Domina

Bei ausgewählten Kunden bereits im Einsatz: der Mercedes-Benz Vito E-Cell. Foto: Hersteller

Eine Messe steht unter Strom

Ein Fokus der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge vom 23. bis 30. September in Hannover liegt einmal mehr auf den alternativen Antrieben. Gezeigt werden die ersten monovalent angetriebenen Elektrotransporter, von denen erste Exemplare wohl schon in Kürze in den Handel kommen.

Werden die Gewichte höher, kommen Hybride ins Spiel. Aber auch der Hybrid-Lkw bis 26 t entwickelt sich nur verhalten. Egal für welche Fahrzeuggröße: Wenn die Betreiber nur ein, zwei Fahrzeuge ordern, um grünes Image zu demonstrieren, kommt der Massenmarkt nicht so richtig Schwung. Die Preise für Elektrotransporter sind deshalb nach wie vor kaum bezahlbar.

Nur wenige E-Transporter sind bereits kaufbar – so wie der Elektro-Daily von Iveco. Mercedes hat mit dem E-Vito immerhin ein Gefährt im Kundenversuch, andere werden ebenfalls auf den Zug aufspringen. Der neue Vito E-Cell mit Lithium-Ionen-Batterien unterstreicht nicht nur grüne Ambitionen seiner zukünftigen Nutzer, er ist ein vollwertiger Transporter für das lokale Umfeld. Seine Eckdaten: Reichweite um 130 km, Nutzlast 900 kg, Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Bewähren sich die ersten 100 E-Vitos in Kundenhand, will Mercedes den E-Vito in einem bezahlbaren Leasingmodell ab Ende nächsten Jahres einem breiten Kundenspektrum anbieten.

Peugeot gräbt nicht nur den alten Partner Origin als vollwertiges und ab Herbst kaufbares E-Mobil aus, auch den City-Stromer iOn , eine Kooperation mit Mitsubishi Motors, will man marktreif präsentieren. Der Partner Origin mit Zebra-Batterien ist eine bereits gut erprobte Variante des E-Transporters. Seine Leistungsdaten versprechen ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit: Reichweite bis zu 120 km, Höchstgeschwindigkeit bis zu 100 km/h, Ladevolumen 3 m3. Der iOn mit seinen Lithium-Ionen-Akkus ist jedoch die modernere Konstruktion. Den Viersitzer können die Franzosen durch Umklappen der hinteren Sitze in einen City-Lieferwagen verwandeln. Die Reichweite des bis zu 130 km/h schnellen City-Stromers liegt bei 130 km, die Aufladezeit bei sechs Stunden, eine Schnellladeeinrichtung erlaubt eine 80-prozentige Aufladung in nur 30 Minuten.

Auch Renault schiebt noch schnell den Kangoo Rapid Z.E. als Studie auf den IAA-Stand. Der Kangoo Z.E. Concept richtet sich speziell an die Bedürfnisse von Gewerbetreibenden. Mit seinem 70 kW/95 PS starken Elektroantrieb und einem Drehmoment von 226 Nm eignet sich der 3,95 m lange und 1,85 m hohe Lieferwagen speziell für den innerstädtischen Liefer- und Transportverkehr.

Das agile Gewerbemobil vereint großzügiges Raumangebot, Sicherheit und zeitgemäßen Komfort mit minimalem Energiebedarf. Und der spielt bei E-Mobilen eine große Rolle. Schließlich wollen Heizung oder Klimaanlage mit Energie versorgt werden. Der Kangoo Z.E. Concept verfügt deshalb über eine aufwändig wärmegedämmte Karosserie, die nach dem Prinzip einer Thermoskanne funktioniert und damit die Temperaturschwankungen im Innenraum reduziert. Sie besteht aus einer doppelten Wand, die einen Luftumlauf zwischen den beiden Wänden ermöglicht. Dadurch können besonders starke Energieverbraucher wie Klimaanlage und Heizung kleiner dimensioniert werden, was die Batteriekapazität schont und die Reichweite verlängert.