Fahrbericht: Der Jumper als größtes Nutzfahrzeug in der Modellpalette von Citroën

Stets auf dem Sprung
Die großen Frontlichter und robusten Stoßfänger lassen gleich beim ersten Anblick darauf schließen, dass der Citroën Jumper sich im Handwerksbetrieb wohlfühlt. Einerseits wirkt er dynamisch, andererseits aber auch robust. Die Front- und Heckleuchten sind hoch eingesetzt, so dass im Rangierbetrieb eigentlich nicht viel passieren kann.
Auch beladen lässt sich der Jumper komfortabel. Die Hecktüren lassen sich normalerweise um 180 Grad öffnen. Wer jedoch große Kisten oder viel Material einzuladen hat, dem seien die bis zu 270 Grad öffnenden Türen empfohlen. Beim Sondermodell „Proline“ sind Hecktüren mit dem weiteren Öffnungswinkel ebenso serienmäßig wie eine geschlossene Trennwand. Der Zugang wird auf jeden Fall erleichtert durch eine niedrige Ladekante (53 bis 56 cm).
Das Laderaumvolumen und die Nutzlasten lassen dagegen beim Jumper kaum Wünsche offen. Der größte Citroën-Transporter ist in vier Längen (4,96 m bis 6,36 m), mit drei Radständen (3 m bis 4,03 m) und drei Höhen (2,25 m bis 2,70 m) erhältlich, womit er ein Laderaumvolumen von 8 m³ bis 17 m³ anbieten kann. Außerdem erreicht er ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 4 t, womit er die bisherige Höchstgrenze von 3,5 t überschreitet.
Eine Kombination aus Nutzfahrzeug und Personentransport ist der Minibus. Insgesamt können damit neun Personen transportiert werden, für Gepäck ist dann allerdings wenig Platz. Beide Sitzreihen lassen sich aber komplett ausbauen, damit die gesamte Ladefläche zur Verfügung steht. Das funktioniert recht einfach mit zwei Handgriffen. Es bedarf aber schon mindestens zweier kräftiger Personen, um eine Bank aus dem Auto zu hieven. Außerdem nachteilig: Da die Sitzbänke auf der Ladefläche angebracht sind, sind diese deutlich tiefer als die Dreierreihe im Cockpit. Zudem sind die Fenster relativ hoch eingesetzt, so dass die Mitfahrer nicht viel sehen. Dafür sitzen alle Mitarbeiter auf den Rückbänken sehr komfortabel mit genug Beinfreiheit.
Apropos Komfort: Die Franzosen stehen darauf und Citroën hat das umgesetzt. Nicht nur die Mitarbeiter sitzen komfortabel, auch im Cockpit bietet sich allerhand Raum. Selbst drei Personen finden auf längeren Fahrten angenehm Platz, ohne dass die Beine schmerzen. Auch die vielen Ablageflächen unter dem Dach, in der Mittelkonsole sowie in den Türen bieten viel Stauraum. Der mittlere Sitz lässt sich mit einem Handgriff in einen Tisch umbauen.
Wenig komfortabel ist dagegen das Schalten. Das Fünf-Gang-Getriebe verhält sich ruppig. Der erste Gang weigert sich manchmal, genauso wie der Rückwärtsgang. Ebenso flutschen die Gänge nicht wirklich exakt. Verschalten ist leicht möglich. Hat man den richtigen Gang gefunden, gibt es allerdings keine Beanstandungen. Der Dieselmotor läuft leise und selbst das Aggregat HDi 100 mit 74 kW hat am Berg wenig Probleme. Steigungen bis 16 Prozent mit voller Beladung stellten den Jumper im DHZ -Test vor keine Probleme. pc