Elektromobilität Keine Kaufprämien für Elektroautos

Spätestens im Jahr 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos fahren. Die Bundesregierung möchte dieses Ziel aber nicht mit direkten Kaufanreizen unterstützen. Verkehrsminister Peter Ramsauer denkt aber an steuerliche Anreize.

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Keine Kaufprämien für Elektroautos

Eine Kaufprämie für Elektroautos sei nicht vergleichbar mit der Abwrackprämie, welche die Bundesregierung während der Wirtschaftskrise für den Kauf von Autos gewährt habe. Was damals richtig gewesen sei, wäre jetzt, während einer Phase der Hochkonjunktur, "vollkommen falsch", sagte Ramsauer im ZDF-"Morgenmagazin".

Deutschland liege bei der Entwicklung der Elektromobilität nicht so weit zurück, wie derzeit behauptet werde. "Wir sind die besten Fahrzeugbauer der Welt. Wir sind auch jetzt schon die besten Elektromotorenbauer der Welt", sagte der CSU-Politiker. Allenfalls in der Batterieforschung und -herstellung sei Deutschland "vielleicht noch nicht so weit vorne."

Das Bundeskabinett hat das "Regierungsprogramm Elektromobilität" verabschiedet. Das Programm stellt Steuerbefreiungen und Erleichterungen für die Nutzer von Dienstwagen in Aussicht. Außerdem will die Bundesregierung bis 2013 eine weitere Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung von Elektroautos bereitstellen.

"Wir unterstützen das Engagement der Bundesregierung für eine schnelle Etablierung der Elektromobilität in Deutschland nachdrücklich", kommentierte Handwerkspräsident Otto Kentzler. Es sei richtig, dass die Bundesregierung bei der Elektromobilität in erster Linie auf Markt und Wettbewerb setzt. "Deutschland darf sich nicht in einen Wettlauf um Produktions- und Absatzsubventionierung mit anderen Ländern begeben. Verbesserte Rahmenbedingungen, steuerliche Anreizprogramme und die Unterstützung von Forschung und Qualifikation sind sachgerechte Instrumente. Der Beschluss der Bundesregierung führt hier in die richtige Richtung", sagte Kentzler.

Der Elektromobilität komme eine "wichtige Rolle beim zukunftsorientierten Umbau der Energiesysteme" zu. Ihre erfolgreiche Etablierung werde aber nur mit den Kompetenzen des Handwerks möglich sein – insbesondere denen der Kraftfahrzeug- und Elektrohandwerke, erklärte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Durch die Weiterentwicklung der Ausbildungsgänge und Beratungsangebote in seinen zahlreichen Kompetenzzentren und das dichte Netz aus Betriebs- und Technologieberatern bereite das Handwerk sich bereits heute intensiv vor. "Elektromobilität braucht qualifizierte Fachkräfte – das Handwerk wird sie bereitstellen", sagte Kentzler.

pc/dapd