Der Renault Master und der Opel Movano wurden komplett neu entwickelt - künftig gibt es die Transporter auch mit Heckantrieb
Ulrich Steudel

Neue Kraft kommt von hinten
Mit einer deutlich höheren Variantenvielfalt laufen demnächst die neuen Generationen von Renault Master und Opel Movano vom Band. Erstmals bieten die im Nutzfahrzeugbereich kooperierenden Hersteller ihre baugleichen Transportermodelle der Klasse von 2,4 bis 4,5 t zulässigem Gesamtgewicht auch mit Heckantrieb an.
Für diese Varianten kann zudem eine Zwillingsbereifung für die Hinterachse bestellt werden, womit der Kleinlaster dann eine Anhängelast von bis zu 3 t an den Haken nehmen kann. Ebenfalls optional für die Hecktriebler gibt es eine Differenzialsperre zur Erhöhung der Traktion.
Am konkretesten hat sich bisher Renault zu dem komplett neu entwickelten Master geäußert, aber man kann davon ausgehen, dass sich der Opel Movano nur in kleinen Details von seinem französischen Partner unterscheidet, denn beide Modelle werden auf der gleichen Plattform produziert. Drei Radstände (3,18 bis 4,33 m), vier Längen (5,05 bis 6,85 m) und drei Laderaumhöhen (1,7 bis 2,14 m) ermöglichen im Kastenwagen ein Laderaumvolumen von 8 bis 17 m3. Die Nutzlast liegt zwischen 994 und 2.254 kg, wobei die Fronttriebler deutlich weniger Gewicht aufnehmen können als die heckgetriebenen Varianten.
Deutlich verbessert hat sich der Zugang zum Laderaum. Laut Renault lassen sich die seitlichen Schiebetüren gegenüber dem Vorgängermodell um 17 cm weiter öffnen. Mehr Platz bietet sich auch im Cockpit. Der Längenzuwachs der Fahrerkabine von 5,7 cm kommt der Beinfreiheit zugute.
Beim Antrieb setzt Renault auf Downsizing, sprich: kleinere Motoren, die trotzdem leistungsstark und sparsam sind. Dank des leicht verringerten Hubraums produziert der neue 2.3-dCi-Common-Rail-Turbodiesel weniger Reibungsverluste, was den Wirkungsgrad erhöht. Der Motor wird in drei Leistungsstufen mit 100, 125 und 150 PS angeboten und erfüllt die Abgasnorm Euro 4. Optional kann ein selbstreinigender Rußpartikelfilter bestellt werden, mit dem das Fahrzeug bereits die Euro-5-Norm erfüllt, die ab 2012 für alle Erstzulassungen verpflichtend sein wird. Gegenüber dem Vorgängermodell habe sich bei den Versionen mit Vorderradantrieb der Verbrauch um bis zu einen Liter Diesel verringert. Trotzdem erfreut sich der neue Master laut Hersteller einer erhöhten Durchzugskraft und das um bis zu 30 Nm höhere maximale Drehmoment liegt schon bei 1.250 Umdrehungen an. Der große, 105 l fassende Tank ermöglicht eine Reichweite von fast 1.400 km, was einem Plus von 200 km gegenüber dem Vorgängermodell entspricht.
Auf Sparsamkeit setzt Renault auch bei den Betriebskosten. Das Wartungsintervall für den Ölwechsel steigt um 10.000 auf 40.000 km. Kühlflüssigkeit muss erst nach 160.000 statt nach 120.000 km gewechselt werden. Anstatt eines Zahnriemens kommt eine wartungsfreie Steuerkette als Nockenwellenantrieb zum Einsatz. Bremsbeläge und -scheiben haben eine um 20 Prozent längere Lebensdauer, prophezeit Renault.
Über die Preise allerdings schweigt der Hersteller noch. Spätestens im April werden sie aber bekannt sein, dann geht der neue Renault Master in Deutschland an den Start.
Mehr Fotos der neuen Transportergeneration finden Sie in einer Bildergalerie unter www.deutsche-handwerks-zeitung.de, DHZ-Code 1322438