VW Transporter Eine Erfolgsgeschichte des deutschen Wirtschaftswunders

Er sieht bullig aus, kann Bus oder Lieferwagen sein – ein Bulli eben. Offiziell durfte Volkswagen 1950 seinen ersten Transporter jedoch nicht so nennen.

Eine Erfolgsgeschichte des deutschen Wirtschaftswunders

Die Firma Kässbohrer hatte sich den Namen für ihren Pistenbulli schützen lassen. Doch das Volk lässt sich seinen Mund nicht verbieten. Wenn heute vom Bulli die Rede ist, dann meinen Oldtimerfans den VW Transporter der ersten Generation. Ein Fahrzeug, das zum Motor des deutschen Wirtschaftswunders werden sollte.

Der Volkswagen-Generalimporteur aus den Niederlanden namens Ben Pon ist es, der im April 1947 während eines Besuchs im VW-Werk Wolfsburg eine Skizze in sein Notizbuch malt und damit die erste Zeichnung des späteren Urbullis anfertigt. Pon hatte gesehen, wie die Arbeiter mit einem selbstgebauten Vehikel Material und Werkzeug transportierten.

1950 beginnt die Serienproduktion für den T1

Seine Handskizze lässt die Silhouette des T1 mit all seinen technischen Besonderheiten erkennen: Frontlenker, Heckmotor und eine Ladefläche. Noch wird es 24 Monate dauern, ehe ein rundlicher Prototyp der Presse vorgestellt wird, doch schon am 8. März 1950 beginnt die Serienproduktion des Volkswagens T1 und damit die Geschichte eines der erfolgreichsten Automobile.

Der erste VW Bus verwendet Motor und Achsen des Käfers, verzichtet aber auf seinen Zentralrohrrahmen. Stattdessen gibt es eine selbsttragende Karosserie, die sich auf einem Leiterrahmen abstützt. Mit ein paar Handgriffen lassen sich die beiden hinteren Sitzreihen ausbauen, um Laderaum zu gewinnen. Die Nutzlast beträgt rund 750 kg. Der 25 PS starke Boxer-Motor im Heck beschleunigt den wendigen Kleinlaster auf fast 100km/h.

Jeden Tag werden zehn Fahrzeuge gebaut. Bereits 1951 stellt VW den Samba-Bus vor. Er ist ausschließlich für die Personenbeförderung konzipiert. Zweifarbenlackierung, ein Faltdach, reichlich Chrom und 25 Fenster, einige davon in den Dachholmen, ziehen die Blicke auf sich.


1967 fährt der letzte Transporter der ersten Generation vom Band

Der erste Pritschenwagen rollt 1952 vom Band und bleibt bis heute ein treuer Begleiter vieler Handwerksbetriebe. Unter der 4 m2 großen Ladefläche befindet sich ein abschließbares Staufach. Sechs Jahre nach dem Pritschenwagen folgt die erste Doppelkabine. Da hat der damalige VW-Chef Heinrich Nordhoff die rasant wachsende Transporterproduktion längst von Wolfsburg in ein neues Werk nach Hannover verlagert.

Mit Platz für bis zu sechs Personen und einer Ladefläche von 1.755 u 1.570 mm erreicht die Doka eine maximale Nutzlast von stattlichen 940 kg. Ausgerüstet mit Spriegel und Plane entsteht ein wettergeschützter Laderaum von 4,9 m3. Insgesamt werden nur knapp 80.000 Doppelkabinen gebaut – ein Grund dafür, dass die legendären Dokas unter Oldtimerfreunden heute besonders beliebt sind.

1967 wurde der letzte VW Transporter der ersten Generation gefertigt. Insgesamt 1,8 Millionen Exemplare verließen die Werkhallen in Wolfsburg und Hannover – eine Erfolgsgeschichte der aufstrebenden deutschen Wirtschaft. ste