Für neue "leichte Nutzfahrzeuge" werden nach langer Debatte CO2-Grenzwerte eingeführt. Mit ihrem Beschluss wollen die Abgeordneten des EU-Parlaments ein Zeichen in Richtung sauberer und kraftstoffeffizienterer Nutzfahrzeuge setzen. Vielen sind die Ziele nicht ehrgeizig genug.
CO2-Limits für leichte Nutzfahrzeuge
Sollte die Verordnung vom Ministerrat gebilligt werden, wird sie die bereits existierenden CO2-Grenzwerte für Personenkraftwagen ergänzen. Die Verordnung verfolgt das Ziel, zu besserer Luftqualität und zu den Klimazielen der EU beizutragen. Darüber hinaus soll sie sicherstellen, dass kleine und mittelgroße Betriebe, die auf Nutzfahrzeuge angewiesen sind, treibstoffeffizientere Fahrzeuge erhalten. Das Gewichtslimit für die Fahrzeugkategorie beträgt 3,5 t im beladenen Zustand.
"Gut für die Umwelt"
Berichterstatter Martin Callanan (EKR, Vereinigtes Königreich) merkte dazu an: "Diese Verordnung war ein schwieriger Balanceakt zwischen ehrgeizigen und erreichbaren ökologischen Zielen für Fahrzeughersteller. Ich bin überzeugt, dass diese Verordnung gut für die Umwelt, für die Hersteller leichter Nutzfahrzeuge und für die Benutzer solcher Fahrzeuge überall in der EU ist."
Die Regelung zielt darauf ab, Innovationen in der Industrie voranzutreiben. Es wurde ein Anfangsziel von 175 Gramm CO2 pro Kilometer festgelegt. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Flotte eines Hersteller müssen 2014 70 Prozent des fest gesetzten Zielwerts erreichen und ab 2017 zur Gänze entsprechen.
Ziel: 147 Gramm CO2 bis 2020
Die Gesetzgebung setzt zudem ein Ziel von 147 Gramm CO2 pro Kilometer fest, das bis zum Jahr 2020 erreicht werden soll. Diese Zahl spiegelt einen weniger ehrgeizigen Kompromiss wider als von vielen Abgeordneten gewünscht. "Anspruchsvolle Umweltstandards schaden der Industrie nicht – im Gegenteil. Diese Chance aber wird mit den heute beschlossenen, neuen Standards verspielt", kritisierte der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz. Das Langfristziel von 147 Gramm sei "stark verwässert" und zeige, dass "die Hersteller auch nach der Gesetzgebung zu Pkw immer noch nicht gelernt haben, dass nur saubere und sparsame Autos in Zukunft gut verkauft werden können". Die EU-Kommission hatte ursprünglich 135 Gramm vorgeschlagen, der Umweltausschuss des Europaparlaments immerhin 140 Gramm. "Die Zukunft ruft, aber leider hören wir sie nicht", erklärte Florenz.
dhz