Der Wertverlust kann Autofahrern teuer zu stehen kommen
Unterschätzte Kosten
Wer von Autokosten spricht, denkt meist zuerst an hohe Kraftstoffpreise oder die Ausgaben für Reparaturen, Versicherung und Steuern. Der dickste Brocken wird dabei unterschätzt: der Wertverlust.
Nach einer Studie des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft im Auftrag der DEKRA wird der Wertverlust von Neuwagenkäufern weit weniger wichtig eingeschätzt als beispielsweise Kraftstoff, Reparaturen und Versicherung. Dies ist ein teurer Irrtum, denn im Schnitt geben Autofahrer jeden zweiten Euro für den Wertverlust aus, in der Oberklasse sogar zwei von drei Euro.
Glimpflich kommen im Vergleich dazu die Mini- und Kleinwagenfahrer davon, die im Schnitt 38,2 bzw. 41,8 Prozent der Autokosten für den Wertverlust aufwenden. In der Kompaktklasse liegt der Anteil bereits bei 48,5 und in der Mittelklasse bei 53,0 Prozent. In Euro ausgedrückt sind das für einen Kleinen monatlich im Schnitt 131 Euro, für einen Kompakten 243 Euro, in der Mittelklasse 317 Euro und in der Oberklasse 923 Euro.
Entfiel 2007 über alle Fahrzeugklassen hinweg auf den Wertverlust ein Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent, kamen die Kraftstoffkosten auf 23,9 Prozent, Steuer und Versicherung auf 16,5 Prozent und die Kosten für Wartung und Reparatur auf 9,2 Prozent.
Laut der Studie wirkt sich hier der deutliche Anstieg der Wertverluste seit Anfang des Jahrzehnts aus, vor allem als Folge der 2002 einsetzenden massiven Verkaufsförderung für Neufahrzeuge. Der Restwert eines zwei Jahre alten Fahrzeuges sank von etwa 70 Prozent im Jahr 2000 auf knapp 64 Prozent.
Autofahrer können den Wertverlust im Griff behalten, wenn sie beim Kauf den voraussichtlichen Restwert beachten. Errechnen lässt sich der Wertverlust aus dem Unterschied zwischen dem Anschaffungspreis und dem Restwert beim Besitzerwechsel. dhz