Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich gegen staatliche Prämien für Elektroautos ausgesprochen. Diese Fahrzeuge müssten sich am Markt durchsetzen. Deutschland habe bewusst auf Kaufanreize verzichtet, die den Wettbewerb verzerren würden.
Brüderle gegen Prämien für Elektroautos
Der Leiter der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Henning Kagermann, sagte, er sei "nicht sehr glücklich", dass andere Länder Prämien zahlten. Frankreich zum Beispiel zahlt 5.000 Euro Prämie für den Kauf eines Elektroautos. Insbesondere Renault will 2011 mehrere Modelle anbieten. Für alle Länder und Hersteller müssten laut Kagermann die gleichen Bedingungen herrschen. Er hoffe, dass sich ein Wettrennen in Richtung auf Subventionen noch verhindern lasse, sagte der frühere Chef der Softwarefirma SAP. Für den 25. November kündigte er den ersten Zwischenbericht der NPE an.
Brüderle sagte, Elektroautos reduzierten den Lärm, machten das Land unabhängiger vom Öl und trügen zum Klimaschutz bei, denn bei Betankung mit Strom aus Sonne, Wind und Wasser verursachten sie praktisch keine Emissionen. Außerdem könnten sie die Stromnetze stabilisieren, wenn sie unregelmäßig fließenden Strom aus erneuerbaren Energien speicherten. Es stimme nicht, dass Deutschland bei Elektroautos hinterherhinke. So sei mit Frankreich zusammen eine Arbeitsgruppe für die Normung der Stecker auf den Weg gebracht worden. Auch mit China sei eine gemeinsame Plattform vereinbart worden. Es wäre ein Witz, wenn keine weltweiten Normen festgelegt werden könnten.
Kagermann sagte, Deutschland sei bei Elektroautos wettbewerbsfähig, auch wenn es auf einigen Gebieten noch aufholen müsse. "Wir haben nicht viel Zeit", fügte er hinzu. Die NPE werde im November über Batterietechnik, Antriebssysteme, Rohstoffe und Recycling, Netz- und Ladestruktur, Standardisierung, Qualifikation der Arbeitnehmer sowie rechtliche Rahmenbedingungen berichten.
dapd