Pünktlich zur Internationale Automobil-Ausstellung für Nutzfahrzeuge in Hannover, können die handwerklichen Fahrzeugbauer eine positive Trendwende vermelden. Ihre Spezialanfertigungen stehen bei der gewerblichen Wirtschaft hoch im Kurs.
Das Handwerk voll in Fahrt
Ob Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, gepanzerte Geldtransporter, Kran- oder Betonmischeraufbauten für Baustellenfahrzeuge oder Verkaufsfahrzeuge mit Theke und Kühlung – all diese Fahrzeuge laufen nicht industriell gefertigt vom Band, sondern werden von den spezialisierten Fahrzeugbauern des Handwerks gefertigt. Was die industrielle Serienfertigung nicht bieten kann, stellen sie als individuelle Produkte und Sonderlösungen her.
Mehr als drei Viertel aller Nutzfahrzeuge in Deutschland verlassen die Automobilwerke als reine Fahrgestelle. Diese werden anschließend zu einsatzfähigen Nutzfahrzeugen auf- und ausgebaut. Bei mittelständischen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen stehen die Sonder- und Spezialanfertigungen der handwerklichen Aufbauhersteller hoch im Kurs. In den vergangenen drei Monaten hat sich der Umsatz um mehr als 10 Prozent erhöht, so der Zentralverband für Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), der gemeinsam mit dem Bundesverband Metall (BVM) über 600 handwerkliche Aufbauhersteller vertritt. Nach wirtschaftlich schwierigen Monaten kann die Branche pünktlich zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) eine positive Trendwende vermelden.
Gemeinschaftsstand auf der IAA
Auf der IAA ist die Arbeitsgemeinschaft Nutzfahrzeuge, Karosserie- und Fahrzeugbau von ZKF und BVM mit einem 700 Quadratmeter großen Messeauftritt vertreten. Ausgewählte Handwerksunternehmen stellen an dem Gemeinschaftsstand in Halle 27 ihre Konstruktionen für die individuellen Kundenwünsche der gewerblichen Wirtschaft vor. Zu den Ausstellungsstücken gehören Spezialanfertigungen, wie spezielle Sattelauflieger sowie Koffer- und Kippaufbauten für kleine und mittlere Lkw.
Allein mit der Fertigung der Nutzfahrzeuge ist es aber nicht getan. Rund 7.000 weitere Fachhandwerksbetriebe haben sich auf deren Wartung und Reparatur spezialisiert. Sie halten die rund 4,4 Millionen Busse, Lastkraftwagen und Zugmaschinen auf Deutschlands Straßen am rollen. Kraftfahrzeugmechatroniker führen Sicherheitsprüfungen durch oder rüsten ältere Fahrzeuge mit Rußfiltern nach, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker kümmern sich um Schäden am Aufbau und Reparaturen am Innenausbau. Ohne ihren Beitrag sind Mobilität und Transportwesen in Deutschland nicht denkbar.
dhz/ZDH
