Vor 31 Jahren erblickte der VW Caddy das Licht der Welt. Ende September kommt die vierte Generation des Stadtlieferwagens auf den Markt – in neuem Design und mit neuer Technik. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat eine erste Testfahrt mit dem neuen Volkswagen Caddy unternommen. Von Patrick Choinowski
Caddy wird schicker und sparsamer
Spitzer ist seine Schnauze geworden, aber nicht kleiner. Klarer zeichnen sich die Seitenlinien, so kommt er weniger bullig daher. Geradezu schick und aggressiv präsentiert sich der neue Caddy von Volkswagen. Mit seinem Vorgänger, der seit dem Jahr 2003 auf dem Markt ist, hat der Stadtlieferwagen nicht mehr viel gemein. Gut 2.000 Teile wurden verändert. Am auffälligsten ist sicher die Frontpartie. Die folgt nun – genau wie die des neuen T5 und des Amarok – der Design-DNA von Volkswagen. Der breite Kühlergrill und die Scheinwerfer bilden eine prägnante, unverwechselbare Einheit, was signalisiert: Der Caddy ist in der aktuellen Modellpalette von Volkswagen endgültig angekommen.
Vom Golf I mit Aufbau zum eigenständigen Caddy
Fast 31 Jahre hat der Lieferwagen dazu gebraucht. 1979 brachte Volkswagen zum ersten Mal einen Caddy auf den Markt. Allerdings nicht als eigenes Modell. Der Golf I wurde damals einfach mit einem Aufbau versehen und Caddy genannt. Erstmals ein eigenständiges Design erhielt der Lieferwagen 1995, mit dem er 343.000-mal bis zum Jahr 2003 verkauft wurde. Nach dem Relaunch 2003 erfolgt nun, sieben Jahre und 800.000 verkaufte Autos später, die vollständige Integration in die VW-Modellpalette.
Dazu erhielt der neue Caddy, der auf der IAA Nutzfahrzeuge Ende September in Hannover vorgestellt wird, neben dem Design sämtliche Neuerungen in puncto Beladung und Sicherheit. So wird Handwerker freuen, dass nun endlich eine Dachreling verfügbar ist, durch die Transporte von Leitern oder ähnlichen Utensilien auf dem Dach möglich werden (Aufpreis 190 Euro inkl. MwSt.). Allerdings war der von der Deutschen Handwerks Zeitung gefahrene Caddy Maxi – dieser ist 47 cm länger als der Caddy mit kurzem Radstand – nur mit einer Heckklappe ausgestattet, was die Dachbeladung erschwert. Im Angebot hat VW aber auch Heckflügeltüren. Insgesamt lassen sich beim Maxi bis zu 4,7 m3 zuladen und damit 1 m3 mehr als bei der Normalversion.
Auffällig sind auch die geringen Motorgeräusche. In fünf verschiedenen Antriebsvarianten kommt der Caddy Anfang Oktober auf den Markt. Die beiden 1,2 l-TSI-Benzin-Antriebe sind ebenso neu entwickelt wie die 1,6 l- und 2,0 l-Dieselaggregate. Der von der DHZ gefahrene Caddy Maxi mit dem 75 kW-starken 1,6 l-TDI-Aggregat fiel durch Laufruhe und ein besonderes Feature auf: Den Motor gibt es nämlich in der BlueMotion-Variante mit Start-Stopp-Funktion. Beim Halt, beispielsweise an Ampeln, schaltet sich der Motor ab und springt beim Treten der Kupplung automatisch wieder an. Dadurch soll laut Volkswagen ein Verbrauch von 4,9 l auf 100 km möglich sein, was einer Reduktion um 0,7 l zum Vorgänger entspricht. Der CO2-Ausstoß beläuft sich auf 129 g. Zudem gibt es die TDI-Motoren mit DSG-Automatikgetriebe (eine Variante mit dem neuen Sieben-Gang-DSG) und mit dem Allradantrieb 4Motion. Auch eine Variante mit EcoFuel bringt VW auf den Markt, deren Reichweite sich auf 570 km belaufen soll.
Der Einstiegspreis des neuen VW Caddy-Kastenwagen liegt bei 16.178 Euro, beim Caddy Maxi bei 19.480 Euro (Preise lt. Hersteller, inkl. MwSt.).