Umweltprämie "Ich habe abgewrackt" – Erfahrungen aus erster Hand

Die sogenannte Umweltprämie gab den Ausschlag: Der alte Wagen hatte ausgedient. Mit freundlicher Unterstützung von Angie und Peer hat sich DHZ-Redakteur Aaron Buck ein neues Auto gekauft. Der Erfahrungsbericht zur Abwrackprämie.

Einen letzten, wehmütigen Blick wirft DHZ-Redakteur Aaron Buck auf seinen roten Opel Astra, bevor das 16 Jahre alte Vehikel in die Schrottpresse fährt. Foto: DHZ

"Ich habe abgewrackt" – Erfahrungen aus erster Hand

Im Dezember wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache "Finanzkrise" zum Wort des Jahres und kaum einen Monat später bescherte uns genau jene die sogenannte Abwrackprämie, ein aussichtsreicher Kandidat für das Wort des Jahres 2009. Frei nach dem Motto "Wollen wir nicht alle ein wenig abwracken", grassierte bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Kabinettsbeschlusses ein bis dato unbekanntes Abwrackfieber. Eben noch geliebte Schmuckstücke wurden von einem Moment auf den anderen reif für die Schrottpresse.

Auch mich musste Vater Staat nicht lange bitten, sich an meinem neuen Auto beteiligen zu dürfen. Schleppte ich mich doch schon länger mit dem Gedanken, meine Mobilitätssituation zu reformieren.

Geld ist dicker als Rost

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe meinen 16 Jahre alten Opel Astra F-CC geliebt – immerhin ein Coupé. Aber man kennt das ja: Geld ist dicker als Rost – oder so ähnlich. Ich jedenfalls war willig und durchblätterte sofort einschlägige Autozeitschriften auf der Suche nach meinem Traumwagen. Der neue 911er war gerade nicht mehr in meiner Preisklasse verfügbar, daher landete ich schließlich beim 1er BMW – die restlichen 910 müssen also noch warten.

Der erste Gang führte mich an den Schreibtisch. Die Internetportale der meisten Hersteller informieren ausgiebig über ihre aktuellen Aktionen und Finanzierungsmöglichkeiten. Da schlackern einem die Ohren. Die Automobilkonzerne überschlagen sich förmlich mit Prozenten und Rabattaktionen. Geradezu unmoralisch anmutende Angebote kumulieren mit der Kfz-Steuerbefreiung bei Neuwagen und auch der ADAC titelt mit zehn Gründen, warum jetzt der richtige Zeitpunkt sei, ein Auto zu kaufen. Da bleibt ja quasi gar keine andere Wahl.

Gut angezogen und freudig erregt betrete ich das Autohaus. Nie hätte ich mich in so einer Situation gewähnt – als Neuwagenkäufer. Mein geliebter roter Flitzer wurde vor drei Jahren an der Straße ausgesetzt. Von der Werkstatt meines Vertrauens mühevoll aufgepäppelt habe ich mir seiner für 1.500 Euro angenommen. So oder so ähnlich glaubte ich, auch meine nächsten fahrbaren Untersätze zu erwerben. Aber unter diesen Umständen, mit freundlicher Unterstützung vom Fiskus, habe ich mir vorgenommen, aus dem Vollen zu schöpfen beziehungsweise zu leasen.

Ein Wermutstropfen: Wer die Abwrackprämie abgreifen will, muss auch abwracken. Das heißt, der geliebte Alte wird zwangsläufig ne Nummer kleiner gemacht. Da musste auch ich kurz schlucken. Wichtig: Hier kommt es auf die Reihenfolge an.

$(LC3234073:So habe ich Schritt für Schritt abgewrackt >|_top)$