GPS-Systeme Alles unter Kontrolle

Dank GPS und Internet eröffnen moderne Telematiksysteme im Fuhrparkmanagement ganz neue Möglichkeiten. Von Ulrich Steudel

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    Kommandozentrale im Büro: Firmenchef Wolfgang Wegener und Innendienstmeister Ronny Niezel (li.) können dank GPS die Fahrzeuge der Monteure jederzeit orten. Foto: Wegener GmbH
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    Fuhrpark nach Feierabend: Wenn die 32 Transporter der Wegener GmbH vom täglichen Einsatz zurückkommen, kann es schon mal eng werden auf dem Hof. Foto: Wegener GmbH

Alles unter Kontrolle

Wenn für einen Betrieb wie der Wegener GmbH im sächsischen Markkleeberg 32 Transporter im Einsatz sind, dann gehört das Fuhrparkmanagement zu einer Kernaufgabe im Unternehmen. Geschäftsführer Wolfgang Wegener hat es früher immer gewurmt, dass er nicht wusste, wo sich seine Monteure tatsächlich gerade befinden. Seit jedoch alle Fahrzeuge mit GPS ausgerüstet sind, kann der Chef jeden seiner Reparaturtrupps jederzeit orten – auf drei Meter genau.

Vertrauen ist gut ...

"Einen Moment bitte!" Wolfgang Wegener sitzt am Schreibtisch und sucht auf dem PC-Bildschirm einen seiner Monteure. Nur wenige Sekunden, dann weiß er: Das Fahrzeug steht in der Leipziger Lindenstraße, genau dort, wo der Monteur laut Auftragsbuch sein müsste. Doch Wegener weiß noch viel mehr. 7.48 Uhr hat sein Mitarbeiter die Zündung des Wagens eingeschaltet, um 8.14 Uhr war er am Einsatzort. Und dazwischen war der Transporter einmal mit 113 Sachen unterwegs. Aber auf der Autobahn, also alles in Ordnung.

Wolfgang Wegener hat das aber auch schon anders erlebt. Einmal erhielt er einen Bußgeldbescheid, weil ein Transporter aus seiner Firmenflotte auf der Autobahn bei Eisenach geblitzt worden war. Dabei sollte das Fahrzeug ganz woanders sein. Der Mitarbeiter musste gehen, aber für Wegener stand fest: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der Unternehmer suchte nach einer Lösung, gefunden hat er Tom Tom Work, ein Telematiksystem, das Anfang des Monats von der „Verkehrs-Rundschau“ mit dem Image-Award 2009 ausgezeichnet wurde.

Tom Tom Work ist eine webbasierte Anwendung, die es ermöglicht, Fahrzeuge rund um die Uhr zu verfolgen und von umfangreichen Auswertungen zu profitieren. Dazu zählen beispielsweise Berichte zu Arbeitszeiten, Geschwindigkeitsprofile und die Anzahl der Fahrten und Stopps der einzelnen Fahrer. Die so genannte Connected Navigation ermöglicht die schnelle Auftragsübermittlung und den Informationsaustausch zwischen Fahrer und Zentrale, automatisiertes Reporting sowie einfache Navigation. Die jüngste Version von Tom Tom Work liefert sogar Informationen zu Durchfahrtshöhen oder Gewichtsbeschränkungen.

Laufleistung gesunken

Seit Wolfgang Wegener vor gut drei Jahren in seinem SHK- und Haustechnik-Betrieb den Fuhrpark auf das GPS-System umgestellt hat, läuft vieles besser. Und die Auswertung der Daten förderte manche Überraschung zu Tage: So ist die monatliche Laufleistung pro Fahrzeug um sage und schreibe 500 km gesunken, verbunden mit den entsprechenden Einsparungen bei den Tankrechnungen. Daneben werden Telefonkosten gespart und bei Havarien können die Mitarbeiter effektiver eingesetzt werden.

Die Kosten für das Telematiksystem übernimmt Wolfgang Wegener angesichts der zahlreichen Vorteile gern. Neben dem Anschaffungspreis für die GPS-Geräte, die inklusive Antenne innerhalb eines Werkstatttermins nach und nach in jedes Fahrzeug eingebaut wurden, flattern der GmbH monatlich zwei Abrechnungen ins Haus – eine von der Telekom, denn die mit einer SIM-Karte ausgestatteten Geräte senden die Daten via GPRS-Netz zu Tom Tom, und eine des Dienstleisters, der die Daten aufbereitet. Die Wegener GmbH kann über ihren Internetbrowser passwortgeschützt auf die Informationen zugreifen. Welche Mitarbeiter einen Zugang bekommen und mit welchen Rechten, entscheidet der Administrator im Betrieb.

Der Monteur in der Lindenstraße hat inzwischen die Rückfahrt angetreten. Die nächste Baustelle wartet schon. Wolfgang Wegener lehnt sich zufrieden zurück. Der größte Nutzen, den er in der Satellitennavigation sieht, ist diese Zufriedenheit. Früher fühlte sich der Chef regelrecht ohnmächtig, wenn ihm ein Mitarbeiter zweifelhafte Ausreden präsentierte. Das ist vorbei. Und für die Mitarbeiter habe das System auch Vorteile. "Wenn ein Unfall passiert, können wir zielgerichteter und damit schneller helfen."