Neue Pkws mit Dieselmotor sind mittlerweile fast alle mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet und für die meisten älteren Modelle gibt es Nachrüstlösungen. Bei Nutzfahrzeugen stellt sich die Situation dagegen anders dar: Für saubere Nutzfahrzeuge gibt es jetzt eine Roadmap.
Feinstaubproblem bleibt akut
Mit einer "Roadmap für saubere Nutzfahrzeuge" wollen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Luftqualität in den Städten verbessern, denn für rund die Hälfte der feinstaubbedingten Belastungen seien Nutzfahrzeuge verantwortlich.
Weiterhin zu hohe Messwerte
Dass das Problem mit dem Feinstaub weiterhin akut ist, zeigen die aktuellen Messergebnisse. Seit Jahresbeginn wurde an mehr als 300 Messstellen in Deutschland der Grenzwert mindestens einmal überschritten, in Stuttgart bereits 35-mal. Diese Situation nehmen DUH und VCD zum Anlass, sich stärker für eine schnelle Reduzierung des Rußpartikelausstoßes bei Nutzfahrzeugen zu engagieren.
Gerade bei Transportern von Handwerkern und Kleinunternehmern gebe es einen großen Bestand an Altfahrzeugen, die ohne Ausnahmegenehmigung teilweise schon heute nicht mehr in Umweltzonen einfahren dürften. Spätestens 2010 drohten auch Fahrzeugen mit roter oder gelber Feinstaubplakette in den Umweltzonen Fahrverbote. Fahrzeuge mit solchen Plaketten machten in Berlin nach Zählungen der Feinstaub-Kontrollteams der DUH rund zwei Drittel der mit Plakette gekennzeichneten Nutzfahrzeuge aus.
Die "Roadmap für saubere Nutzfahrzeuge" hat neben der Verbesserung der Luftqualität auch Lösungen für Gewerbetreibende zum Ziel, damit diese künftig in Innenstädten mobil bleiben. Sie soll zeigen, wie Bund und Kommunen mit Hilfe kurzfristig umsetzbarer Maßnahmen dem Feinstaubproblem zu Leibe rücken können.
Transporter wie Pkw fördern
Im ersten Schritt müssten leichte Nutzfahrzeuge, die eine Pkw-Typgenehmigung aufweisen, in das bestehende steuerliche Förderprogramm zur Filternachrüstung aufgenommen werden. "Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, warum für ein und dasselbe Fahrzeug bei der Nachrüstung eines Rußfilters eine Steuererleichterung gewährt wird, sobald es als Pkw zugelassen ist, nicht aber, wenn es als Nutzfahrzeug firmiert", kritisiert Michael Müller-Görnert, Verkehrsreferent beim VCD. Darüber hinaus müsse die Bundesregierung jetzt ein neues Förderprogramm für die Nachrüstung von allen nicht mautpflichtigen Nutzfahrzeugen auflegen.
Lkw-Maut soll besser steuern
Im zweiten Teil sollten die Steuerungsmöglichkeiten der Lkw-Maut zum Zuge kommen. "Wer weniger Feinstaub und Stickoxide ausstößt, sollte auch weniger bezahlen. So wird sich modernste Umwelttechnik schneller durchsetzen", erläutert Müller-Görnert. Außerdem wollen DUH und VCD die Lkw-Maut auf alle Lkws ab 3,5 t zulässigen Gesamtgewichts ausgedehnen. Abschließend schlägt die Roadmap anspruchsvollere Abgasgrenzwerte auf europäischer Ebene vor.
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