Von unterwegs mal eben schauen, was noch im Kühlschrank ist: Auf der IFA, die Anfang September in Berlin beginnt, zeigen die Hersteller wieder allerlei technische Neuheiten. Die wichtigsten Messetrends im Überblick.

Die Frage was man wirklich braucht, ist hier fehl am Platz: Bei der Internationalen Funkausstellung (IFA), die Anfang September in Berlin stattfindet, kämpfen die Hersteller um jedes Quäntchen Vorsprung in der Technik. Da darf es dann auch mal etwas mehr sein.
In diesem Jahr geht es bei den Fernsehherstellern beispielsweise um einen erhöhten Kontrastumfang (HDR), der den Unterschied macht. Dadurch sollen Fernsehzuschauer mehr Details und Helligkeitsabstufungen wahrnehmen. Die Technik kommt gerade erst in die Kinos kommt, einige Top-Fernseher unterstützen sie jedoch bereits. Außerdem stehen Smart-TV Betriebssysteme im Fokus, wie Android, Tizen oder WebOS, die Streaming oder Apps erst möglich machen.
Smartphones werden größer
Zwar sind auch ultrahochauflösende Fernseher einer der Trends auf der Messe – mittlerweile gibt es sie aber bereits in der zweiten und teils schon dritten Generation. Experten streiten noch um deren Mehrwert. Auch gebogene Bildschirme sind – wenn auch noch voll im Trend – nicht mehr ganz neu.
Schwierig wird es auch für die Smartphone-Anbieter, wenn es darum geht, technisch noch einen oben drauf zu setzen. Der europäische Markt für Smartphones gilt als weitgehend gesättigt. Die Hersteller setzen daher nun vor allem auf ihre Premium-Modelle: Besonders große Smartphones mit mindestens fünf Zoll Displaydiagonale, umhüllt mit hochwertigen Materialien. So bringt Samsung sein Galaxy S6 edge+ mit zur Messe, mit beidseitig gewölbtem 5,7 Zoll-Display. Das Gehäuse besteht aus Glas und Echtmetall.
Konkurrenz für Tablets
Ein Geheimnis macht derzeit noch Sony um sein neues Xperia Z5 und Z5 Compact. Es soll angeblich einen größeren Fokus und ein 5,5 Zoll-Display besitzen. Zwei Tage vor Messebeginn will Sony mehr Details bekanntgeben, wie das Unternehmen nun über Twitter hat verlauten lassen.
Die Smartphones werden also größer - und machen damit den Tablets Konkurrenz. Dennoch wird LG auf der Messe sein neues Modell aus der G Pad –Reihe enthüllen: das "G Pad II 10.1". Vor allem mit einem schmalen Rahmen will sich der Hersteller damit von der Konkurrenz abheben.
Smart-Homes: Vernetzte Glühbirnen
Auch "Wearables" werden wieder ein wichtiges Thema auf der Messe sein. Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Geräten, die zunehmend universell einsetzbar sind. So bekommen etwa Tracker Benachrichtigungsfunktionen, Sportuhren lernen das Messaging und Smartwatches werden mit GPS-Modul ausgestattet.
Der Trend um die Smart-Homes ist ebenfalls nicht neu – doch die Hersteller warten mit immer ausgefalleneren Ideen auf. So könnten künftig in den Häusern etwa Lichter blinken, wenn ein Familienmitglied mit dem Flugzeug gelandet ist. Siemens etwa präsentiert bei der IFA 2015 seine ersten vernetzten Waschmaschinen und Trockner, die sich von unterwegs über eine App steuern lassen. Auch einen Kühlschrank, der durch zwei Kameras aus der Ferne Einblick in den Lebensmittelvorrat gewährt, hat der Hersteller dabei.
Steuerlösungen sollen kombinierbar werden
Neu ist beim Thema Smart-Homes: Dier Hersteller bilden zunehmend Allianzen, so dass Steuerlösungen miteinander kombinierbar werden. Durch die Kooperationen werden zum Beispiel Schnittstellen für Thermostate, Schalter und Einbruchsmelder vereinheitlicht.
Auf der IFA TecWatch zeigen zudem viele kleinere und mittelständische Unternehmen Lösungen für das Leben im vernetzten Haushalt. Nicht alles braucht man unbedingt, doch vieles ist mit Sicherheit nützlich.
Die IFA findet vom 4. bis 9. September auf dem Berliner Messegelände statt. Sie gilt mit der CES, die alljährlich im Winter in Las Vegas stattfindet, als eine der größten Messen in der Unterhaltungselektronik. Zur Messe im vergangenen Jahr 2014 kamen nach Angaben des Veranstalters rund 240.000 Besucher. sch (mit Inhalten von dpa)

