Apples iPhone 6 bekommt starke Konkurrenz. Samsung hüllt seine neuen Modelle in Glas und Metall. Auch HTC, Sony und Microsoft wollen angreifen.
Steffen Guthardt

Unter dem Codenamen "Zero" hat Samsung in den vergangenen Monaten hinter verschlossenen Türen an neuen Luxus-Smartphones getüftelt, die Apples iPhone ausstechen sollen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden die neuen Modelle nun der Öffentlichkeit präsentiert. Was die Geräte können und welche anderen Neuheiten im Frühling auf den Markt kommen, zeigt der Überblick.
Samsung Galaxy S6
Mit der S-Reihe baut Samsung seit 2010 Oberklasse-Smartphones, die jedes Jahr technisch verbessert werden. Mit dem Galaxy S6 schlägt Samsung nun einen ganz neuen Weg ein. Anstelle des Kunststoffs Polycarbonat treten Glas- und Metallelemente.
Das Gerät ist von einem Aluminiumrahmen eingefasst. Vorder- und Rückseite bestehen aus bruchsicherem „Gorilla Glass 4“. Noch nie sah ein Samsung-Handy so edel aus. Optisch steht es dem iPhone in nichts nach.
Der Nachteil des neuen Designs ist jedoch, dass sich wie bei Apple der Akku nicht mehr austauschen lässt und der Speicher nicht über eine Mikro-SD-Karte erweitert werden kann. Zudem ist die Glasrückseite anfällig für Fingerabdrücke.
Zudem bietet das Smartphone einen Bildschirm mit vierfacher HD-Auflösung, eine Hauptkamera mit 16 Megapixeln und eine Selfie-Kamera mit fünf Megapixeln. Das neue Betriebssystem Android 5.0 ist bereits ab Werk vorinstalliert. Dank Schnellladefunktion soll das Handy schon nach zehn Minuten an der Steckdose wieder vier Stunden nutzbar sein.
Das Galaxy S6 wird am 10. April in Weiß, Schwarz, Gold und Blau erhältlich sein. Das günstigste Modell mit 32 GB Speicher kostet 699 Euro.
Samsung Galaxy S6 Edge
Einen einzigartigen Formfaktor bietet das Galaxy S6 Edge, dass dem S6 technisch ebenbürtig ist. An beiden Geräteseiten ist der Bildschirm gebogen, was dem S Edge ein futuristisches Aussehen verleiht.
Am Bildschirmrand können neben Uhrzeit und Wetterbericht auch eingehende Anrufe und Nachrichten durch einen schimmernden Farbstreifen eingeblendet werden.
Der Bildschirmrand ist zusätzlich auf verschiedene Apps abgestimmt.Wird zum Beispiel die Kamera-App gestartet, wandert das Auslöser-Symbol automatisch an den Rand.
Das Galaxy S6 Edge ist ebenfalls vom 10. April an erhältlich. Der günstigste Preis liegt bei 849 Euro. Anstatt des blauen Modells gibt es eine grüne Variante.
HTC One M9
Die Taiwaner von HTC hüllen ihr neues Top-Modell in ein Kleid aus Aluminium, das aus einem Stück herausgefräst ist. Das One M9 ist kantiger und trotz gleichgroßem Bildschirm von fünf Zoll kompakter als der Vorgänger.
Der Bildschirm löst anders als beim Galaxy S6 nur in Full HD auf. Hingegen lässt sich der Speicher per Mikro-SD-Karte um bis zu 128 GigaByte vergrößern. 20 Megapixel hat die Hauptkamera des HTC One M9. Gewachsen ist auch die Akkukapazität. Sie beträgt nun 2.840 mAh. Das sollte in der Praxis zu Laufzeiten von zwei Tagen und mehr führen.
Die von vielen Nutzern hochgelobten Stereo-Lautsprecher auf der Front-Seite sind wieder mit dabei. Beim Abspielen von Musik und
Videos sorgen sie für besseren Klang als andere Smartphones.
Das HTC One M9 hat einen unverbindlichen Verkaufspreis von 749 Euro. Es ist ab dem 31. März in den Farben "Gold on Silver" und "Gun-metal Gray" erhältlich.
Microsoft Lumia 640
Auch in der Mittelklasse gibt es neue Modelle. Microsoft hat das Lumia 640 vorgestellt. Das Smartphone läuft mit Windows-Phone 8,1 und ein Update auf das neue Windows 10 mit Office 365 ist bereits angekündigt. Der Bildschirm ist mit fünf Zoll großzügig bemessen. Zudem verfügt das Lumia 640 über eine Acht-Megapixel-Kamera mit Foto-LED, einen Vier-Kern-Prozessor mit 1,2 Gigahertz und acht Gigabyte Datenspeicher, der sich über eine Mikro-SD-Karte erweitern lässt.
Das Lumia 640 ist ab April in verschiedenen Varianten verfügbar. Das Gerät mit zwei SIM-Karten soll 159 Euro kosten, das LTE-Modell 179 Euro. Zudem gibt es eine XL-Variante mit größerem Bildschirm und besserer Kamera für 219 Euro.
LG: G Flex, Magna und Watch Urbane
Neue Handys und Smartwatches kommen auch von LG auf den Markt. Das G Flex 2 hat einen gebogenen Bildschirm, wie er von den neuen Curved-TV-Geräten bekannt ist. Noch im März soll es in Deutschland für 650 Euro erscheinen.
Das LG Magna ist ein gehobenes Mittelklasse-Modell, das ebenfalls leicht gekrümmt ist. In der guten Ausstattungsliste fehlt jedoch der Funkstandard LTE. Es soll in Kürze für 199 Euro zu haben sein.
Mit der Watch Urbane hat LG auch eine neue Smartwatch im Angebot. Mit ihrem Vollmetallgehäuse in Silber oder Gold und den abgerundeten Kanten wirkt sie sehr elegant. Preis und Verfügbarkeit sind noch offen.
Huawei Watch
Konkurrenz kommt von Huawei. Die erste Smartwatch des chinesischen Herstellers ist dem Design einer klassischen Armbanduhr nachempfunden. Der Bildschirm ist mit 400 mal 400 Pixeln sehr scharf für solch eine kleine Uhr.
Mit ihrem Durchmesser von 42 Millimetern wirkt sie für eine Smartwatch filigran. Das Gehäuse ist aus Edelstahl und der Bildschirm wird von Saphirglas geschützt. Die Huawei Watch soll sich mit verschiedenen Armbändern aus Leder kombinieren lassen. Preis und Verfügbarkeit stehen noch nicht fest.

