WhatsApp hat den Sprung vom Smartphone auf den PC geschafft. Der Nachrichtendienst kann erstmals darüber genutzt werden. Doch er steht nicht für alle Nutzer zur Verfügung.

WhatsApp gilt als erfolgreicher Kurznachrichtendienst für Smart- und iPhones. Nun ist der populäre Kurznachrichtendienst auch erstmals über den Internet-Browser am PC verfügbar. Mit der neuen Funktion können die Inhalte der Smartphone-App in Googles Webbrowser Chrome gespiegelt werden. Für iPhone-Nutzer stehe das Angebot allerdings nicht zur Verfügung, weil es Einschränkungen auf der Apple-Plattform gebe, schrieb WhatsApp in einem Blogeintrag am späten Mittwoch. Dagegen werden neben Googles führendem Smartphone-System Android auch kleinere Plattformen wie Windows Phone, Blackberry und sogar Nokias betagtes System S60 unterstützt.
QR-Code abfotografieren
Um ihre Profile mit dem Browser zu verknüpfen, müssen Nutzer über die Smartphone-App einen im Chrome-Browser angezeigten QR-Code abfotografieren. Dabei müsse das Smartphone während der gesamten Nutzung des Webclients mit dem Internet verbunden bleiben, sonst reißt auch die Verbindung im Chrome-Browser ab. Der etwas umständliche Weg ist nötig, weil WhatsApp nur an die Handy-Nummer angebunden ist statt eines Profils mit Benutzername und Passwort wie bei anderen Diensten. Alle Nachrichten blieben weiterhin auch auf dem Telefon, hieß es.
WhatsApp ist aktuell der populärste Kurznachrichtendienst der Welt mit zuletzt über 700 Millionen aktiven Nutzern und hat für viele die SMS abgelöst. Bei einigen Konkurrenten kann man bereits das Angebot sowohl über Smartphone als auch auf dem PC nutzen. So macht etwa Apple den hauseigenen Dienst iMessage über alle seine Geräte hinweg verfügbar.
WhatsApp wurde im vergangenen Jahr für fast 23 Milliarden Dollar vom weltgrößten Online-Netzwerk Facebook übernommen. Die App soll aber eigenständig betrieben werden und die Nutzerdaten vom Rest der Facebook-Welt abgeschottet bleiben. Von WhatsApp wurde auch schon seit einiger Zeit eine Funktion für Sprachtelefonie in Aussicht gestellt, die aber noch auf sich warten lässt.
Laut Informationen der Online-Ausgabe von "Die Welt" soll es den Dienst in naher Zukunft auch für den PC geben. Sie beruft sich dabei auf einen Artikel des niederländischen Blogs "Android World". Demzufolge ist im Programmcode der Android-Version 2.11.471 von WhatsApp bereits ein Hinweis auf eine kommende Variante für PCs enthalten.
Skype als Konkurrent
Doch auch, wenn es WhatsApp nun für den Computer gibt: Die Kommunikation über den PC ist keine neue Erfindung. Das wissen auch die Macher von WhatsApp. Direkter Konkurrent von WhatsApp ist Skype. Das Chat-Programm ist ursprünglich als PC-Programm gestartet und mittlerweile auch auf Smart- und iPhones sowie iPads installiert. Deswegen müsse WhatsApp nun nachziehen, wie es bei "Die Welt" heißt. Unklar sei auch bislang, wie sich Nutzer auf dem PC bei WhatsApp einloggen. Der Dienst identifiziert seine Nutzer bislang via Mobilfunknummer , diese Option falle auf dem PC naturgemäß weg.
Fraglich ist momentan auch, wie Whatsapp auf dem PC die auf den Smartphones neu eingeführte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umsetzen könnte. Laut Informationen der "Welt" wäre die Darstellung im Browserfenster unsicherer. Es würden also andere Methoden der Verschlüsselung benötigt. dhz / dpa