Handwerksunternehmer, die auf Baustellen in Innenstädte müssen, haben oft ein Parkplatzproblem. Doch dank Parkplatz-Börsen im Internet und dazu passender Smartphone-Apps können sie in Innenstädten leichter Parkplätze finden. Sogar Untervermietung ist möglich.
Christoph Ledder

"Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden", singt Herbert Grönemeyer in seinem Lied über die verzweifelte Suche nach einem Parkplatz. Damit spricht er vielen Autofahrern aus der Seele, denn gerade die Parkplatzsuche in Innenstädten kostet Zeit, Geld und vor allem jede Menge Nerven. Handwerksunternehmer, die ihre Baustellen mitten in der Stadt haben oder dort zu Kunden in die Wohnung müssen, können in Grönemeyers Lied einstimmen.
Den Parkplatz gemeinsam nutzen
Doch Hilfe kommt in digitaler Form. Für das Parkplatzproblem gibt es nun mobile Lösungen, die auf verschiedenen Wegen dafür sorgen wollen, bestehende Parkplätze effizienter zu nutzen. Möglich wird dies durch das so genannte Parkplatz-Sharing per App. Über "Parkplatz-Börsen", wie beispielsweise ampido.com oder Park2gehter.com lässt sich der eigene Stellplatz oder die Garage anderen Autofahrern zur Verfügung stellen, solange man sie nicht selber nutzt.
Nebenverdienst durch Vermietung
Kostenfrei ist das Parkplatz-Sharing allerdings nicht. Laut Angaben von ampido kann es für den Vermieter bis zu 1.000 Euro im Jahr geben. Dazu gibt man in einer Art Inserat einige Daten zum eigenen Stellplatz an, wie etwa die Größe, die genaue Adresse sowie ab wann und für wie lange der Platz verfügbar ist. Die Parkdauer ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Im Schnitt sind es zwischen 15 und 60 Minuten. Darüber hinaus können Fotos der Parkplätze hochgeladen werden. Auch der Stundenpreis für den Platz ist selbst festlegbar. Der Anbieter Ampido empfiehlt einen Richtwert von 1,50 Euro pro Stunde.
Freie Parkplätze über App buchen und bezahlen
Die "Parkplatz-Apps" eröffnen Handwerksunternehmern und Berufspendlern zahlreiche Möglichkeiten. Mit der App lässt sich nach freien Parkplätzen an einer bestimmten Adresse oder in einem selbst festgelegten Umkreis suchen. Man bekommt sofort alle verfügbaren Parkplätze inklusive maximaler Parkdauer und Preis angezeigt. Ist ein passendes Angebot dabei, kann sofort über die App gebucht werden, wodurch es im System sofort als belegt angezeigt wird. Anschließend navigiert die App den Fahrer automatisch zum gebuchten Parkplatz.
Bezahlt wird dieser über die im Benutzerkonto hinterlegte Kreditkarte oder mit einem zuvor aufgeladenen Guthaben. Der Vermieter erhält die Parkgebühr, muss allerdings an die Anbieter der App eine Provision zahlen, die unterschiedlich hoch ausfallen kann. Einige Anbieter sind nur in den Großstädten aktiv. Andere Dienste bieten ihre Parkplatzsuche bundesweit an. Die Apps sind sowohl für Android und iOS-Betriebssysteme erhältlich.