Im Ausland mit dem Handy zu telefonieren ist teuer. Über die hohen Roaming-Gebühren der Telefonkonzerne ärgern sich Urlauber in ganz Europa. Die EU-Kommission will die Auslandsaufschläge abschaffen und startet im September eine Gesetzesinitiative. Gegenteilige Darstellungen werden dementiert.

Die EU-Kommission hat ihre Pläne für die Abschaffung von Roaming-Gebühren bei Handy-Telefonaten im Ausland bekräftigt. Man arbeite weiter daran, dass mobiles Telefonieren und Internet-Surfen im EU-Ausland genau so viel kosten sollten wie zu Hause, sagt ein Sprecher von EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes in Brüssel. Einen Gesetzesentwurf für den Telekommunikations-Markt werde die EU-Kommission voraussichtlich in zwei Wochen beschließen.
Nach Angaben von EU-Experten peilt die Kommission ein komplettes Ende für Roaming-Gebühren in den kommenden Jahren an. So sollen die Konzerne etwa Anreize erhalten, die Preise zu verringern. Unter dem Druck der EU sinken die Roaming-Gebühren bereits seit Jahren. Seit dem 1. Juli 2013 gelten neue gesetzliche Obergrenzen für die Preise. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet 24 Cent statt zuvor 29 Cent pro Minute. Laut Vorgaben der EU-Kommission sollen die Höchstpreise ab Juli 2014 erneut sinken.
An Plänen festhalten
Das Magazin Spiegel Online schreibt, dass laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die EU-Kommission von den Plänen zur Abschaffung der Roaming-Gebühren abgerückt sei. Grund dafür sei der Druck der Telefonkonzerne gewesen. Ein Sprecher von Neelie Kroes hat dies allerdings dementiert. Roaming-Gebühren sind Gebühren, die Telekom-Firmen ihren Wettbewerbern für die Nutzung ausländischer Netze zahlen. Für viele Konzerne sind sie daher eine wichtige Einnahmequelle. dhz/dpa