Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und erobern nach und nach den Massenmarkt. Längst liegt der Einstiegspreis nicht mehr bei mehreren hundert Euro. Inzwischen locken immer mehr Hersteller mit Preisen unterhalb der 100-Euro-Grenze. Doch lohnen sich solche Angebote wirklich oder ist es besser, ein wenig mehr auszugeben?

Wirklich günstige Smartphones sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Allerdings muss der Kunde bei diesen Sonderangeboten Abstriche machen. „Die Geräte haben kleinere Displays mit einer geringen Auflösung, langsamere Prozessoren und oft auch eine langsamere Funktechnik als Mittelklassegeräte“, erläutert Michael Wolf von der Stiftung Warentest.
Grundsätzlich halten technologische Neuerungen aber nach und nach Einzug in die Einsteigerklasse. So müssen Verbraucher für zwei Jahre alte Geräte heute rund 150 bis 200 Euro zahlen. Der Absatz von Smartphones boomt. "Aktuell besitzen 40 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren so ein Gerät", sagt Bernd Klusmann vom IT-Branchenverband Bitkom. „In diesem Jahr steigt der Absatz um 29 Prozent auf rund 28 Millionen Geräte», sagt er mit Blick auf die aktuelle Prognose des Verbandes.
An dem rasanten Wachstum dürfen auch die günstigeren Smartphones einen großen Anteil haben. "Es ist ein relativ großer und wichtiger Markt", sagt Klusmann. Nicht jeder könne oder wolle sich ein Mittelklasse- oder Oberklassehandy leisten. "Gerade bei Jugendlichen ist es oft eine Frage des Budgets", sagt Klusmann weiter.
Welche Kompromisse muss man eingehen?
Die deutlichsten Abstriche bei Geräten unter 200 Euro muss der Nutzer bei Display, Kamera und Speicher machen, Für einige Nutzer ist eine Bildschirmauflösung von 800 mal 480 Pixeln ausreichend, andere wollen 1280 mal 720 Bildpunkte. Verbraucher reagieren unterschiedlich darauf. Wenig Speicher ist kein großes Problem, da der meist per Micro-SD-Karte nachgerüstet werden kann - allerdings können nicht immer Apps darauf ausgelagert werden.
Die Qualität der Kameras variiert bei allen Smartphones unabhängig von der Auflösung stark. Ob das Handy aber mehr als Schnappschüsse liefern soll, muss der Nutzer entscheiden. "Da kommt es beim Kauf auf individuelle Vorlieben an", sagt Wolf. "Wer wenig fotografiert, kann auf eine qualitativ hochwertige Kamera verzichten."
Von Smartphones unter 100 Euro rät Wolf allerdings ab. „Gerade Einsteiger können schnell frustriert werden“, sagt er mit Blick auf Funktionalität und Bedienung. Er rät eher zu einem älteren Mittelklassemodell:
„Mit solchen Auslaufmodellen kann man schon ein Schnäppchen machen.“ Und auch bei aktuellen Mittelklasse-Modellen stimmt die Ausstattung meist. In der mittleren Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro seien inzwischen schon richtig gute Geräte zu bekommen, sagt Wolf weiter. Um einen Eindruck vom Gerät und vor allem von der Qualität des Displays zu bekommen, lohne es sich immer, das Wunschgerät vor dem Kauf auszuprobieren. In Sachen Arbeitsspeicher (RAM) raten Experten zu mindestens 768 Megabyte (MB). Mit 512 MB könnte es bei starker Nutzung eng werden. dhz/dpa