Immer mehr Konzerne setzen auf das so genannte Cloud-Computing und bieten ihre Produkte als monatliche Abos im Internet an. So auch das Unternehmen Adobe. Statt einer einmaligen und hohen Lizenzgebühr wird die Nutzung der Programme rund 60 Euro im Monat kosten. Anwender können die Software im Internet mieten.

Mit seinen Kreativ-Programmen hat sich Adobe weltweit einen Namen gemacht. Das bisherige Geschäftsmodell des Konzerns sah vor, diese Programme gegen eine oft sehr hohe Gebühr zu kaufen. Die Nutzer konnten dann das jeweilige Produkt auf ihrem Rechner installieren.
Doch damit ist jetzt Schluss. Bereits in naher Zukunft werden Programme wie "Photoshop“, "InDesign“ oder "Illustrator“ nur noch im Abo-Modell und nicht mehr in der Verkaufsversion weiterentwickelt.
Der Fokus der Neuausrichtung ist das von Adobe angebotene Paket "Creative Suite“. Bestandteile dieses Paketes sind beispielsweise das Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme "Photoshop“ und "Illustrator". Aktuell ist auf dem Markt davon die sechste Version zu haben. Nach "Creative Suite 6“ wird es laut dem Softwarekonzern keine weitere Aktualisierung mehr geben.
Daten und Programme aus dem Netz
Zusätzlich zu "Creative Suite 6" gibt es bereits jetzt die internetbasierte Variante "Creative Cloud“, die im vergangenen Jahr auf den Markt kam und auf die sich das Unternehmen nun komplett stützen will. Abonnenten für das browserbasierte Produkt gibt es bereits.
Insgesamt sind es etwa 50.000 registrierte Nutzer, die sich für den Cloud-Dienst registriert haben. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 soll sich die Zahl der Anwender auf vier Millionen erhöhen. Rund 60 Euro fallen für die Nutzung im Monat an. Offen bleibt allerdings die Übertragungsqualität im Internet und der Verbleib der Daten in "Creative Cloud“. Ein Offline-Arbeiten ist dann nicht mehr möglich.
Schon jetzt stehen viele Nutzer dem neuen Trend mit gemischten Gefühlen gegenüber. Ob in sozialen Netzwerken oder auf fachbezogenen Online-Portalen: Der Unmut über das neue Geschäftsmodell ist bei den Nutzern deutlich spürbar.
Risiken im Abo-Geschäft
Die Umstellung auf das Abo-Modell drückt bei Adobe derzeit auch die Umsätze. So sagt Adobe für das laufende Quartal ein Umsatzminus von bis zu 13 Prozent voraus. Auch, wenn die Produkte als Cloud zur Verfügung stehen, können sie auf den Rechnern installiert und dort 180 Tage ohne Internetverbindung genutzt werden.
Alle 30 Tage werden die Nutzer aufgefordert, eine Verbindung zum Internet herzustellen und zu beweisen, dass sie zahlende Kunden sind. Bis auf Weiteres wird der Verkauf des alten "Creative Suite“ fortgesetzt. Alle neuen Funktionen erscheinen ab dem 17.Juni allerdings nur noch in der Cloud. cle