Das Auto stehen lassen und hinein in den Großstadt-Dschungel: Damit die Fahrt mit dem Fahrrad nicht zu abenteuerlich wird, können Navigations-Apps für Fahrräder hilfreich sein. Und das sowohl in der Freizeit als auch auf dem Weg zur Arbeit.

Wenn sich im Berufsverkehr oft Auto an Auto reiht und nichts voran geht, blicken viele neidisch zu den Fahrradfahrern, die rechts an den Autokolonnen vorbeidüsen. Gerade in Städten mit hohem Verkehrsaufkommen ist es morgens eine gute Entscheidung, das Auto stehen zu lassen und das Fahrrad zu nehmen. Immer mehr Fahrrad-Apps sagen dabei inzwischen wo es lang geht: Der schnellste Weg, die schönste Strecke oder auf Schleichwegen ans Ziel.
Chance für die Mobilität
So gibt es neben den herkömmlichen Navigationsgeräten für Fahrräder Apps wie BikeCityGuide, Komoot, BBBike oder Naviki, die Zweirad-Fans zuverlässig an den Zielort leiten. "Solche Apps werden in Zukunft immer relevanter für den Fahrradfahrer wie auch für die Mobilität insgesamt", sagt Wasilis von Rauch vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Von weniger Autos auf den Straßen profitieren Umwelt und Nerven.
BikeCityGuide beispielsweise gibt es derzeit für 14 deutsche Städte. Mit München, Berlin und Bremen stehen die österreichischen Entwickler Daniel Kofler und Andreas Stückl derzeit in Gesprächen mit Verwaltungen, die die App kostenlos anbieten sollen. "BikeCityGuide soll dem Radfahrer nicht nur als technisches Hilfsmittel zur Verfügung stehen, sondern auch zukünftig mehr Menschen aufs Rad bringen", erläutert Stückl.
Von Radfahrern für Radfahrer
In die Streckenempfehlungen der App fließen Erfahrungen von Fahrradfahrern mit ein. "So wird die Crowd-Intelligenz mitgenutzt, das ist ein großer Vorteil", sagt von Rauch. Eine ständige Verbindung zum Internet ist für die Navigation nicht nötig, denn BikeCityGuide ist auch offline nutzbar.
Solche Apps seien jedoch nur ein Teil zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. Neben Verbesserungen in der städtischen Infrastruktur oder der Beschilderung von Radwegen seien Informationen zur Orientierung in der Stadt ein wichtiger Beitrag, so von Rauch.
Auch der Bundestag setzt dieses Thema auf seine Agenda. Dort berät in dieser Woche der Verkehrsausschuss über neue Impulse für die Förderung des Radverkehrs. dpa/dhz