Datenbrillen, Autos mit LTE-Verbindung, 3-D-Drucker oder Smartphones fürs Handgelenk. In diesem Jahr werden noch eine ganz Reihe technischer Neuerungen in den Handel kommen. Eine Vorschau, was Sie erwartet.
Steffen Guthardt
Viele technische Erfindungen und Weiterentwicklungen, die es teilweise noch gar nicht zu kaufen gibt, waren auf der CeBIT 2013 zu sehen. Ob Unterhaltungselektronik oder praktische Hilfen für den Geschäftsbereich, die spannendsten Neuheiten im Überblick:
Roboter im OP: Den Operationssaal der Zukunft zeigte das Fraunhofer-Institut. So könnte der Chirurg bei einigen Behandlungen künftig von Robotern assistiert werden. Ein Roboter hält etwa das Instrumentenwechselsystem während am zweiten Roboter ein Ultraschallsensor befestigt ist, der ständig aktuelle Daten liefert. Auch bei schwierigen Operationen, wie zum Beispiel einem sich ständig bewegendem?Herzen, bliebe das Messer immer in einer vom Computer berechneten Schnittbahn.
RoboterRealität erweitern: Google will in nicht allzu ferner Zeit die Datenbrille Google Glass auf den Markt bringen. Was diese Datenbrillen können, zeigte das italienische Unternehmen GlassUp mit einer Eigenentwicklung, die schon ab dem Sommer für 300 Euro erhältlich sein soll. Im Gegensatz zu einer Videobrille werden bei der Datenbrille die realen Bildeindrücke nur durch digitale Informationen ergänzt und nicht ersetzt. Damit können im Supermarkt zum Beispiel Hinweise über die Herkunft eines Produkts oder in der U-Bahn-Station die nächsten Abfahrtszeiten in das Sehfeld eingeblendet werden.
Gewandter PC: Auf einem der größten Stände der Messe sorgte das neue Convertible-Notebook Surface Pro von Microsoft für regen Andrang (convertible = umwandelbar, Anm. d. Red.). Das Gerät mit Windows 8 verwandelt sich durch eine ansteckbare Tastatur in Sekunden vom Tablet-PC in ein vollwertiges Notebook, auf dem neben Apps auch klassische Windows-Programme wie Office laufen. Das Surface Pro ist in den USA für rund 900 Dollar bereits erhältlich und soll im 2. Quartal 2013 in die deutschen Läden kommen.
Gegenstände selber drucken: Zu den Publikumsmagneten zählten die neuen 3-D-Drucker, von denen bereits erste für den Heimgebrauch entwickelt werden. Ab etwa 1.500 Euro kann jeder zu Hause einfache Gegenstände selber nachdrucken, wenn zum Beispiel ein wichtiger Legostein beim Modellauto verschwunden ist. Einstiegsgeräte lassen sich bereits online bestellen.
Intelligenter Notizblock: Am Stand von Samsung war das Galaxy Note 8.0 der Star. Der neue Tablet-PC ist etwas handlicher als sein großer Bruder Galaxy Note 10.1 und konkurriert mit dem iPad mini. Als Mehrwert gegenüber dem Apple-Tablet bietet das Note 8.0 eine Bedienung per Stift mit dem in der Rückseite des Geräts eingelassenen S Pen. So lassen sich SMS ohne Tastatur schreiben oder Fotos künstlerisch nachbearbeiten.
Uhr zum Wischen: Der Elektronikhändler Pearl zeigte seine Handy-Uhr simvalley mobile PW-315.touch. Was auf den ersten Blick nur nach einem sportiven Zeitmesser aussieht, entpuppt sich als modernes Telefon fürs Handgelenk. Per Wischgesten lässt sich durch die Menüs des vier Zentimeter großen Displays steuern. Der 32 Gigabyte große Speicher bietet viel Platz für Musik. Bereits für 80 Euro ist das Gerät im Online-Handel erhältlich.
Farbenspiel: Die patentierte „Ambilight“-Technologie hat Philips bisher nur bei Fernsehern eingesetzt. Mit der Weiterentwicklung „Ambiglow“ kommt das atmosphärische Farbenspiel an der Zimmerwand nun auch auf den PC-Monitor. Ein High-Speed-Prozessor analysiert den Bildinhalt und steuert die LEDs an, die in Helligkeit und Intensität passendes Licht erzeugen, das an die Zimmerwand abgestrahlt wird. Zudem ist der Monitor mit brillenloser 3-D-Technik ausgestattet.
noteAbhörsicheres Handy: BlackBerry zeigte sein neues Smartphone-Flaggschiff Z10. Besonders Geschäftskunden sollen durch eine Funktion, die geschäftliche und private Daten sicher voneinander trennt, wieder zurückgewonnen werden. Mit der Sicherheitsfirma Secusmart hat BlackBerry zudem eine abhörsichere Variante des Z10 entwickelt, das auf der CeBIT der Bundeskanzlerin überreicht wurde. Das Smartphone mit einem Preis von rund 2.500 Euro soll auch in den Bundesbehörden zum Einsatz kommen.
Kino für die Brille: Dreidimensionales Filmvergnügen in hochauflösender Bildqualität verspricht die Videobrille Cinemizer Oled von Carl Zeiss. Einen großen Fernseher macht die Brille überflüssig, da sie ein 40 Zoll großes Bild in die Brille hineinprojiziert. Die Brille verfügt zudem über eine Dioptrieneinstellung von –5,0 bis +2,0, so dass auch Nutzer mit Sehschwäche ein perfektes Bild erleben sollen. Mit einem Gewicht von nur 120 Gramm sitzt die Brille angenehm leicht auf der Nase.
Fahrender Hotspot: In einer Kooperation zeigten BMW und die Deutsche Telekom, wie vernetzt unsere Autos in Zukunft sein werden. Bereits ab dem Sommer 2013 sollen Mietwagen beim Autohändler Sixt mit einem Hotspot ausgestattet sein, der es ermöglicht, während der Fahrt große Datenmengen in LTE-Geschwindigkeit abzurufen. So können die Beifahrer auch während der Fahrt Filme streamen oder internetbasierte Computerspiele nutzen.


