Social Media Betriebe sehen Arbeitsproduktivität gefährdet

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter verlocken viele Mitarbeiter dazu, auch während der Arbeitszeit eine private Nachricht zu schreiben oder zu schauen, was die Freunde gerade so machen. Betriebe sehen hier eine Gefahr für die Arbeitsproduktivität, scheuen sich aber häufig die Nutzung der Plattformen zu untersagen.

Die Nutzung des Internets ist in den meisten Betrieben heute selbstverständlich. Den Zugang ins World Wide Web nutzen einige Arbeitnehmer aber nicht nur für den geschäftlichen E-Mail-Verkehr oder die Anwendung von Firmen-Software, sondern auch für private Aktivitäten in Sozialen Netzwerken. Eine Studie des Personaldienstleisters Kelly Services kommt zu dem Ergebnis, dass schon etwa jeder Zweite Facebook & Co. während den Arbeitszeiten verwendet.

Viele Arbeitgeber sehen diese Entwicklung mit Sorge und fürchten, dass die Erledigung der geschäftlichen Aufgaben darunter leidet. Laut der Studie glaubt mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent), dass sich die Social Media-Aktivitäten nachteilig auf die Arbeitsproduktivität auswirken. Kelly Services befragte dazu 4.000 Menschen in Deutschland und fast 170.000 Menschen weltweit.

Dennoch zögern viele Arbeitgeber entschlossen gegen diese Internetaktivtäten vorzugehen, weil Social Media für viele Betriebe heute auch zum festen Bestandteil der Marketing-Aktivitäten gehört und die Mitarbeiter über einen versierten Umgang mit Sozialen Netzwerken verfügen sollen. Zudem ist es für viele Betriebe einfach zu aufwendig genau zu kontrollieren, wann ein Mitarbeiter beruflich und wann privat im Netz unterwegs ist.

Dinette Koolhaas, VP & Regional General Manager Western Europe von Kelly Services, erklärt: "Hier kann man wirklich vom Aufeinanderprallen zweier Welten sprechen: Die private Welt des Arbeitnehmers kollidiert mit den Anforderungen des Unternehmens - das aber seinerseits oft gleichfalls in den Social Media präsent und aktiv ist. Problematisch ist dabei neben dem Ablenkungseffekt auch die Kommunikation: Wie äußert sich der einzelne Mitarbeiter zum Beispiel bei Online-Diskussionen zu unternehmensrelevanten, gegebenenfalls sensiblen Themen." sg