Die Sicherheitsfirma Trustwave hat den "Global Security Report" veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass in Deutschland E-Mails mit schädlichen Dateien – wie zum Beispiel trojanische Pferde – gehäuft in den Mittagsstunden verschickt werden. Deutsche Internetnutzer müssen sich derzeit vor allem vor E-Mails in Acht nehmen, die dem Anschein nach vom Finanzamt stammen.
Trustwave kommt zu dem Ergebnis, dass deutsche Nutzer zwischen 14 und 15 Uhr besonders aufmerksam sein sollten, wenn sie E-Mails erhalten. Allerdings gibt es auch hierzulande Hackerangriffe, die in den Morgen- oder Abendstunden ausgeführt werden. Die Sicherheitsfirma argumentiert, dass die Hacker darauf spekulieren, dass die Internetnutzer sich vor allem beim ersten Kaffee in der Arbeit oder in der Mittagspause Zeit zum Lesen privater E-Mails nehmen.
Höhepunkt im September
Laut Studie gibt es erhebliche monatliche Schwankungen beim Virenversand. Ende August zieht die Verschickung von Schadprogrammen an und erreicht im September einen Höhepunkt. Da es durchschnittlich sechs Monate dauert, bis solche Vorfälle entdeckt werden, erwarten die Forscher das nächste Mal im März dieses Jahres besonders viele Meldungen zu Sicherheitsvorfällen.
Hauptinteresse der Kriminellen ist es, Aufzeichnungen über Kunden von Unternehmen auszuspionieren. Auf sie hatten es 89 Prozent aller untersuchten Angriffe mit per Mail versandter "Malware" abgesehen. An Position zwei stehen Firmengeheimnisse. Auch der Diebstahl von geistigem Eigentum und geheimen Passwörtern gehören zu beliebten Angriffszielen. Besonders betroffen von den Angriffen seien Firmen mit mehreren Zweigstellen. Gelingt es, einen Standort zu infizieren, ist es für die Hacker leichter, auch auf Daten anderer Niederlassungen zuzugreifen.
Die Forschung basiert auf über 300 Sicherheitsvorfällen im Jahr 2011, die in 18 Ländern erfasst wurden. Außerdem hat Trustwave 16 Milliarden Mails aus den Jahren 2008 bis 2011 analysiert.
Finanzbehörden warnen vor Viren
Besonders aufpassen sollten in Deutschland derzeit Internetnutzer, die E-Mails mit dem Absender "Finanzamt" erhalten. In den vergangenen Wochen erhielten Steuerzahler in mehreren Bundesländern E-Mails, die scheinbar vom ihrem zuständigen Finanzamt stammten. Doch öffneten sie die Datei dieser E-Mail, fingen Sie sich einen Virus ein. Die Finanzbehörden warnen deshalb vor diesen E-Mails, die definitiv nicht vom Finanzamt stammen.
Die Bearbeiter in den Finanzämtern werden zwar technisch immer fortschrittlicher und korrespondieren in Einzelfällen durchaus per Mail (meist bei Betriebsprüfungen). Doch der Regelfall ist es nicht. Insbesondere zu folgenden Sachverhalten wird Sie vom Finanzamt niemals eine E-Mail erreichen:- Bestätigung von Kontodaten: Die Teilnahme am Lastschriftverfahren erfolgt nur per Post und gegen Originalunterschrift. Änderungen der Bankverbindung laufen ebenfalls nur über den Postweg.
- Meldungen per E-Mail zu Steuererstattungen.
- E-Mails mit Anhängen zu Steuerbescheiden oder Stammdaten, die Sie überprüfen sollen.
