Schweißen ist für viele Handwerker tägliches Geschäft. Doch die Technik birgt Gesundheitsgefahren. Gerade beim Lichtbogenschweißen übersteigt die optische Strahlung so gut wie immer die vom Arbeitsschutz vorgeschriebenen Grenzwerte. Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen.

Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen die Technik des Schweißens. Vermutlich genauso lange verletzen sich Handwerker bei dieser Tätigkeit. Denn so nützlich die Technik auch ist, sie birgt einige Risiken. Insbesondere das Lichtbogenschweißen führt immer wieder zu gesundheitlichen Schäden wegen:
- elektrischem Strom
- Lichtbogenstrahlung
- thermischer Energie (Brände, Explosionen und Verbrennungen)
- Gefahrstoffen
- unter Druck stehenden Prozessgase
- Lärm
- und mechanischen Gefährdungen
Strahlung beim Lichtbogenschweißen unterschätzt
Beim Lichtbogenschweißen tritt optische Strahlung im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Wellenlängenbereich auf. Diese übersteigt beim Schweißvorgang so gut wie immer die vom Arbeitsschutz vorgeschriebenen Grenzwerte, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit.
Die BAuA hatte gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung die Strahlungsemission beim Schweißen, insbesondere beim Lichtbogenschweißen, untersucht. Ziel war, die Strahlenbelastung am Schweißarbeitsplatz möglichst genau beurteilen zu können.
Dabei stellte sich heraus: Nicht nur der Schweißer sel bst ist gefährdet, auch Menschen, die an dem Schweißarbeitsplatz nur vorbeikommen oder in der Nähe arbeiten, sind durch die optische Strahlung gefährdet. In der Summe kann diese Exposition langfristig zu Erkrankungen führen - auch bei den Unbeteiligten.
Optische Strahlen beim Schweißen neu bewertet
Um die Gefahren künftig zu reduzieren, erstellten die Forschenden eine umfassende Datengrundlage und bewerteten diese komplett neu. Aus den Ergebnissen entwickelten sie Emissionsmodelle, die ermöglichen, die optische Strahlenbelastung ohne vorherige Messungen rechnerisch zu bestimmen. Zu den wesentlichen Größen, die in die Berechnung einfließen, gehören die Schweißstromstärke, die Schweißspannung und der Werkstoff .
Diese Neubewertung der optischen Strahlenbelastung an Schweißarbeitsplätzen und in deren Umfeld soll den Schutz vor optischer Strahlung verbessern. Zum einen erleichtern die Emissionsmodelle die Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen von Schweißern. Zum anderen liefert der Forschungsbericht eine fundierte aktuelle Datenbasis der optischen Strahlungsemission bei verschiedenen Schweißverfahren.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in der kostenlosen Broschüre "Optische Strahlenbelastung beim Schweißen - Erfassung und Bewertung" zusammengefasst, hier abzurufen.
Allgemeine Informationen, wie Unternehmen Schweißwerkstätten unter Aspekten des Arbeitsschutzes einrichten sollten, finden Sie ebenfalls bei der BAuA hier .
bst