Wenn die als Baby-Boomer bekannten geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, droht ein Engpass bei altersgerecht ausgebautem Wohnraum. Vor allem im Sanitärbereich muss bis 2030 noch viel passieren. Betroffene bekommen aber Unterstützung.

Fast zwei Millionen altersgerechte Wohnungen zu wenig wird es im Jahr 2030 geben, warnt eine Prognos-Studie, die der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Auftrag gegeben hat.
Altersgerechte Wohnungen bieten Menschen mit Bewegungseinschränkungen die Möglichkeit, sich selbstständig zu versorgen. Zentral sind die Sanitärräume. Hier kann schon eine hohe Schwelle in die Dusche oder der Badewannenrand zur unüberwindbaren Hürde werden. Folglich ist auch hier der größte Änderungsbedarf.
Um den tatsächlichen Bedarf zu decken, müssten jedes Jahr – bis 2030 - etwa 2,96 Milliarden Euro investiert werden, hat die Prognos Studie ermittelt. Das wird nur gelingen, wenn die eigenen vier Wände zu einem Gesundheitsstandort umgebaut werden, warnt der ZVSHK.
Noch zu wenige altersgerechte Wohnungen
Zwar erkennen Privatleute, wie wichtig die Anpassungen sind. Das zeigt die Evaluation des Programms “Altersgerecht umbauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus dem Jahr 2014. Demnach wurde der Umbau des Sanitärbereichs im Rahmen der staatlich geförderten Einzelmaßnahmen mit knapp 30 Prozent am stärksten nachgefragt. Doch insgesamt 83.000 geförderte Maßnahmen in einem Zeitraum von fünf Jahren (2009 bis 2014) reichen bei weitem nicht aus, um den künftigen Bedarf zu decken.
Deswegen betont Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, die Fördermöglichkeiten, mit denen Privatleute die Kostenlast ihrer Renovierungsarbeiten reduzieren können: “Das KfW-Programm ‚Altersgerechtes Umbauen‘ gewährt bis zu 6.250 Euro Zuschuss pro Wohneinheit bei der Kombination von Maßnahmen zur Barrierereduzierung und des Einbruchschutzes. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Esser.
Die Betriebe des Sanitärhandwerks seien auf jeden Fall für die kommenden Aufgaben gerüstet. Die rund 3.000 geschulten Fachbetriebe bewiesen menschliches Einfühlungsvermögen, fachliches Können, ein hohes Qualifikationsniveau sowie gewerkeübergreifende Kompetenz.
Hier sind die Fachbetriebe “Barrierefreies Bad“ gelistet.
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Hier geht es zum umfangreichen DHZ-Themenpaket "Barrierefrei und altersgerecht".
dhz