Überstunden und atypische Arbeitszeiten So flexibel arbeiten Angestellte in Deutschland

Arbeitnehmer müssen immer flexibler sein – was ihre Arbeits- und Pausenzeiten betrifft, bekommen sie aber auch mehr Mitspracherechte. Sie sollten für den Chef und Kollegen stets erreichbar sein und auch mal am Wochenende arbeiten. Eine Studie zeigt, wie sich die Arbeitszeitgestaltung in Deutschland verändert und wie viel angestellte Arbeitnehmer tatsächlich arbeiten.

Mit durchschnittlich 43,4 Stunden liegt die tatsächlich geleistete Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten knapp 5 Stunden über der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. - © Korn V. - stock.adobe.com

Rein nach Vorschrift, Tarifvorgaben und vertraglichen Vereinbarungen lagen die durchschnittlichen Arbeitszeiten bei deutschen Angestellten im Jahr 2017 bei 38,6 Stunden für eine Vollzeitbeschäftigung. In Wirklichkeit waren es jedoch 43,4 Stunden im Schnitt, denn Überstunden standen für viele auf der Tagesordnung. So arbeiten 21 Prozent der Vollzeitbeschäftigten sogar durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche. Das zeigen die Zahlen der aktuellen Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unter rund 9.000 Arbeitnehmern.

Die Gründe für diese Überstunden liegen der Befragung zufolge vor allem in betrieblichen Vorgaben und daran, dass die Arbeitnehmer ihre Aufgaben in der vorgesehenen Zeit nicht schaffen. Das gaben knapp 4 von 5 Befragten an.

Mehr Einfluss auf die Arbeitszeiten, aber ständig erreichbar sein müssen

Für ihren aktuellen Bericht hat die BAuA die Zahlen von 2017 mit denen von 2015 verglichen und so auch Veränderungen in der Arbeitszeitgestaltung festgestellt. So arbeitet zwar nach wie vor etwa ein Fünftel der Beschäftigten regelmäßig zu atypischen Zeiten vor 7 oder nach 19 Uhr und auch der Anteil derjenigen, die mindestens einmal im Monat auch am Wochenende arbeiten muss, liegt konstant bei 43 Prozent. Doch gleichzeitig haben die Beschäftigten mehr Handlungsspielräume und auch ein wenig mehr Mitspracherecht bekommen:  Sie können dem Bericht zufolge selbst mehr Einfluss nehmen auf den Arbeitsbeginn und das Ende, auf die Pausengestaltung oder die Möglichkeit, ein paar Stunden oder Tage frei zu nehmen.

Dennoch gaben auch 14 Prozent der Befragten an, dass sich Arbeitszeiten häufig ändern und der Ankündigungszeitraum oft sehr kurz ist. Er lag im Jahr 2017 bei einem Drittel der Arbeitnehmer nur einen Tag vor dem eigentlichen Arbeitstag. Zugenommen hat zudem der Druck, für den Beruf ständig erreichbar zu sein. So wird etwa jeder achte Beschäftigte wegen dienstlicher Belange häufig in der Freizeit kontaktiert. Laut BAuA liegt der Anteil derjenigen, die erwarten kontaktiert zu werden, aktuell bei 24 Prozent. Zunehmend seien hiervon auch Personen mit einfacheren Tätigkeiten betroffen. dhz

Den gesamten Bericht können Sie hier nachlesen.>>>