Digitalisierungsstudie von Bitkom und ZDH Handwerk will digital aufholen

Die große Mehrheit der Handwerksunternehmen betrachtet sich laut aktueller Bitkom-Studie als digitale Nachzügler. Während eine eigene Webseite heute Standard bei den Betrieben ist, werden digitale Technologien wie Drohnen und 3D-Druck noch selten genutzt.

Steffen Guthardt

Chance Digitalisierung: Drohnen können z.B. von Dachdeckern zur Gebäudevermessung genutzt werden. - © Axel Heimken/picture alliance/dpa

Digitalisierung ist ein ziemlich schwammiger Begriff. Ob mobile Arbeitsgeräte, Softwarelösungen oder 3D-Drucker und Drohnen – alles Mögliche lässt sich damit in Verbindung bringen.

Doch wann ist ein Unternehmen digital gut aufgestellt? Würde dafür schon eine eigene Webseite ausreichen, wäre das Handwerk gut unterwegs. 95 Prozent der für eine Studie von Bitkom und ZDH befragten 504 Handwerksunternehmen gaben an, über eine Homepage zu verfügen. Aber die Betriebe wissen sehr genau, dass mit einer Webseite allein noch lange nicht von einer Digitalstrategie die Rede sein kann. Fast drei Viertel der Handwerksunternehmen gibt zu, dass sie bei der Digitalisierung zu den Nachzüglern gehören. 21 Prozent sehen sich eher als Vorreiter.

Der Rückstand ist allerdings nicht auf mangelndes Interesse an digitalen Technologien zurückzuführen. So sagen vier von fünf Betrieben, dass sie grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber dem Thema sind.

Fehlende Strategien zur Digitalisierung

Den kleinen Unternehmen fällt es nach eigenen Angaben schwer, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Mehr als die Hälfte der befragten Handwerker sagt, dass die Digitalisierung für ihren Betrieb eine große Herausforderung darstellt. "Die Digitalisierung ist für viele Unternehmen schwer zu durchblicken. Umso wichtiger ist es, Hilfe anzunehmen, sich beraten zu lassen und in digitale Lösungen zu investieren", sagt Bitkom-Chef Bernhard Rohleder.

© Bitkom/ZDH

Die Vorzeichen stehen gut, dass viele Unternehmen diese Hilfe annehmen werden. Über zwei Drittel der Handwerker sieht die Digitalisierung als Chance für das eigene Geschäft. Und nicht nur das: Ein Viertel gibt sogar an, dass sie die Existenz ihres Betriebs gefährdet sehen, wenn sie die Digitalisierung vernachlässigen. Den größten Vorteil der Digitalisierung sehen Handwerker in der optimierten Lagerung und Verteilung von Betriebsmitteln (91 Prozent). Als wichtige Gründe werden auch Zeitersparnis und flexible Arbeitsorganisation genannt.

Demgegenüber steht aber auch eine gewisse Angst vor möglichen Gefahren der digitalen Technologien. Allen voran sorgt sich das Handwerk um den Datenschutz und hat Angst vor Hackerangriffen (77 Prozent). Gerade kleine Handwerksunternehmen scheuen zudem die hohen Investitionskosten, die mit der digitalen Infrastruktur verbunden sind.

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