Oft werden die Herausforderungen eines Unternehmensverkaufs unterschätzt. Um alle Potenziale ausschöpfen zu können müssen verschiedene Dinge beachtet werden. Auch bei der Steuer gibt es häufig offene Fragen. Externe Berater können beim Verkauf der Firma helfen.

Viele Inhaber tun sich schwer einen Unternehmensverkauf oder eine Nachfolgerregelung für ihre Firma richtig vorzubereiten. Eine Herausforderung die nicht leicht ist, da oft die persönlichen Bindungen zum Unternehmen einer objektiven Bestandsaufnahme im Weg stehen. "Anstatt die einzelnen Punkte kritisch zu beleuchten, betrachten die Inhaber ihr Unternehmen durch eine rosarote Brille", sagt Carsten Borchert, Geschäftsführer der Wirtschaftsberatung Borchert und Partner in Steinhagen.
Durch subjektive Sichtweise wird Potenzial verschenkt
Durch diese subjektive Sichtweise verschenken viele Betriebsinhaber große Potenziale beim Verkauf ihres Unternehmens. Um Fehler bereits vorab zu vermeiden müssen einige Dinge beachtet werden. "Entscheid end für den Erfolg des Firmenverkaufs ist, dass das Unternehmen vor dem Übergang gut aufgestellt ist", erläutert Borchert.
Diese Tipps helfen, um aus dem Unternehmensverkauf das Bestmöglichste herauszuholen.
1. Den richtigen Käufer finden
In der Theorie und den Vorstellungen der Unternehmer gibt es meist eine Vielzahl potentieller Interessenten, die als Käufer für die Firma in Frage kommen. Allerdings stellt sich häufig heraus, dass es Gründe gibt, die gegen einen Verkauf an einen bestimmten Interessenten sprechen. Eines der meist verbreitetsten KO-Kriterien sei dabei die Kaufpreisvorstellung, heißt es auf der Informationsplattform Unternehmensverkauf-portal.de. Aber auch Zulieferer, strategische Ausrichtungen oder die Entwicklungsziele des Unternehmens können den geplanten Verkauf zur Nichte machen.
Deshalb ist es im Vorfeld äußerst wichtig, zu überlegen, welche Kaufinteressenten man anspricht und welche nicht. Die geplante Veräußerung sollte nicht unüberlegt bekannt gegeben werden. Denn: Gibt es noch keinen konkreten Übernahmeplan, wirkt sich eine Bekanntgabe meist negativ auf den weiteren Verlauf aus. Gerade bei Inhabergeführten Unternehmen ist der Geschäftserfolg eng mit der einzelnen Person verknüpft. Deshalb braucht es gerade in solchen Betrieben eine überlegte Strategie. Borchert: "Vor allem in Familienunternehmen, in denen noch weitere Familienmitglieder arbeiten, fällt es dem verkauf enden Inhaber oft schwer, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen."
2. Hilfe durch externe Experten
Durch das Einsetzen sogenannter Interim-Manager wird der Chef des Unternehmens entlastet. "Durch eine zeitweise Übernahme von Managementfunktionen wird eine erfolgreiche Betriebsübergabe fachgerecht und professionell vorbereitet. Später kann der Interim-Manager das Unternehmen vorübergeh end weiterführen, bis die neue Geschäftsführung eingearbeitet ist", sagt Borchert. Der Vorteil eines externen Managers: Diese Personen sind in der Regel komplett unvoreingenommen und können dadurch die Potenziale des Firmenverkaufs besser und objektiv einschätzen.
3. Das richtige Verhandlungsgespräch
Entscheidet sich der Chef gegen einen externen Berater und plant, den Verkauf selbst durchzuführen, ist es wichtig bei Verhandlungsgesprächen die richtige Strategie zu haben. Denn: "Bei den ersten Gesprächen ist noch lange nicht klar ob es auch zu einer Einigung kommt", heißt es auf dem Unternehmensverkaufs-Portal. Wichtig: Es müssen ausreich ende Informationen über das eigene Unternehmen kommuniziert werden. Das primäre Ziel sollte zunächst sein, sich möglichst schnell über bestimmte Eckdaten zu einigen unter deren Voraussetzung man den Kauf abschließen würde. Dadurch kann zügig die Entscheidung gefällt werden, ob mit dem Kandidaten die weiteren Details besprochen, oder die Gespräche be endet werden.
4. Auf die "Due Diligence Prüfung" vorbereiten
Ist der Verkauf ausgehandelt, prüft der Käufer durch die sogenannte "Due Diligence Prüfung" (eine sorgfältig durchgeführte Risikoprüfung) im Normalfall nochmals alle verhandelten Details des Deals. Dabei geht es auch um den Ausschluss versteckter Risiken der Firmenvergangenheit. Denn: "Unternehmenskäufer wollen in der Regel Erträge und keine ´Steine´ kaufen, deshalb kommt dem Bewertungsverfahren große Bedeutung zu", sagt Wirtschaftsexperte Borchert. Der Verkäufer sollte sich daher auf eine ausgedehnte Prüfung vorbereiten. Hier kann der Fragenkatalog ohne weiteres 200 Fragen aus allen Bereichen des Unternehmens umfassen. Bis die "Due Diligence Prüfung" abgeschlossen ist, vergehen häufig mehrere Wochen.
5. Die Steuerfrage beim Unternehmensverkauf
Kann ein Unternehmensverkauf auch steuerfrei durchgeführt werden? Und gibt es Steuerunterschiede für Verkäufer und Käufer? Das sind nur zwei von dutz enden Steuerfragen, die sich bei einem Unternehmensverkauf stellen.
Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, sollte zunächst der Unternehmenswert ermittelt werden. Hierfür können verschiedene Methoden herangezogen werden. Steuerexperten können dabei helfen. "Allerdings kommen Steuerberater bei ihrer Bewertung auf oftmals zu hohe Unternehmenswerte, da vielfach Substanzwerte mit einbezogen werden", so Carsten Borchert.
Für den Verkäufer kommt es zudem darauf an, welche Art von Unternehmer er ist. Einzelunternehmer, Beteiligter an einer Personengesellschaft oder Anteilsnehmer an einer Kapitalgesellschaft. All dies wirkt sich später auf die Steuer aus. Käufer müssen beachten, um welche Übergabe von Gesellschaftsanteilen (AG, GmbH, OHG, KG, GmbH &Co. KG) es sich handelt.
Um hier alle Risiken auszuschließen sollten rechtzeitig vor dem Unternehmensverkauf Steuerfachleute kontaktiert werden. end