27.000 Familienunternehmen suchen jedes Jahr einen Nachfolger, doch längst nicht alle finden einen geeigneten Kandidaten. Unter dem Motto "Nachfolge ist weiblich!" will heute ein "Nationaler Aktionstag" die Gruppe der Übergeber und potenzielle Übernehmerinnen einander näherbringen. Die Aktionen im Überblick.

"In den nächsten Jahren wird das Thema Generationswechsel im Mittelstand weiter an Bedeutung gewinnen. Rund ein Drittel der Betriebsinhaber ist bereits über 55 Jahre und älter. Die anstehenden Unternehmensnachfolgen bieten Frauen gute Chancen, um selbst unternehmerisch durchzustarten. Hier sehe ich noch erhebliche Potenziale, denn bislang liegt der Frauenanteil bei Unternehmensnachfolgen bei lediglich 20 Prozent", sagte Bundesminister Sigmar Gabriel anlässlich des Aktionstages.
Rund 50 Veranstaltungen, verteilt über die gesamte Republik, beschäftigen sich deshalb heute mit dem Thema "Unternehmensnachfolge durch Frauen". Die Veranstalter wollen nicht nur Frauen auf die Möglichkeit der Unternehmensnachfolge als eine attraktive Form der beruflichen Selbstständigkeit hinweisen, sondern auch Übergeberfamilien für die Potenziale von Töchtern, Mitarbeiterinnen oder Externen bei der Betriebsnachfolge sensibilisieren.
Info-Veranstaltungen quer durch die ganze Republik
Die Angebote reichen von Präsenzveranstaltungen wie Sprechtagen, Podiumsdiskussionen und Coachings, über eine überregionale Expertinnen- und Expertenhotline der bga, bis hin zu Online-Publikationen und Web-Meetings. Die Akteurinnen und Akteure informieren regional über ihre Aktivitäten.
Wie in den Vorjahren auch, wird die bundesweite Gründerinnenagentur (bga) den Nationalen Aktionstag koordinieren. Die Federführung für die Nationalen Aktionstage liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und beim Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Die Nationalen Aktionstage gibt es seit 2008. Grund der Bemühungen ist die Struktur der deutschen Wirtschaft: Familienunternehmen sind eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Zahlenmäßig machen sie 91 Prozent aus und sie erwirtschaften fast die Hälfte der Umsätze, berichtet der DIHK-Report 2014. 54 Prozent der zur Übergabe anstehenden Unternehmen werden innerfamiliär weitergegeben.
41 Prozent der Senior-Unternehmer finden keinen passenden Nachfolger. Unter den potenziellen Übernehmern findet fast jeder zweite kein passendes Unternehmen. Die Kreditanstalt für Wiederaufba (KfW) geht in aktuellen Analysen von rund 580.000 Übergaben und Verkäufen von mittelständischen Unternehmen in den nächsten Jahren aus. dhz