Seminare, Internet, Hersteller-Informationen und eigene Erfahrung machen fit für den altersgerechten Aus- und Umbau. So werden Sie zum Spezialisten.
Barbara Oberst

Martin Krämer bleibt laufend am Ball. Der Elektromeister aus Stuttgart hat fast ausschließlich Privatkunden und die Nachfrage nach altersgerechten Lösungen steigt, beobachtet der 47-Jährige. Sein Wissen holt er sich von überall her. Seminare sind eine Quelle, aber auch Internet, Foren und Fachzeitschriften ackert der Unternehmer regelmäßig auf der Suche nach neuen Techniken, Trends und Informationen durch.
Wer auf dem Markt für altersgerechte Leistungen Erfolg haben will, muss mehr sein als nur ein guter Handwerker. "Diese Spezialisierung ist sehr anspruchsvoll", bestätigt Jürgen Jarosch, Geschäftsführer des Stuttgarter Elektro Technologie Zentrums (etz). Hier, beim etz, hat sich auch Krämer einen Teil seines Wissens geholt.
Engagement zahlt sich aus
Doch neben der eigentlichen Arbeitstechnik brauchen Unternehmer auch einen tiefen Einblick in die Bedürfnisse Älterer, sie müssen Gesetze und Normen kennen und den sich laufend verändernden Markt im Blick behalten. Selbst die Ansprache der Kundengruppe ist anders. Martin Krämer hat hierzu eigens Weiterbildungen bei guten Rednern gemacht: "Der größte Bedarf liegt auf der menschlichen Ebene", erklärt er.
Über die Technik erzähle er seinen Kunden nicht allzu viel. Lieber höre er zu, was sie sich wünschen. "Ich muss jeden Kunden da abholen, wo er steht, mit Respekt behandeln." Krämers Engagement zahlt sich aus, denn seine Kunden lassen sich immer häufiger von den Vorteilen einer zukunftsfähigen, wenn vielleicht auch etwas teureren Verkabelung überzeugen.
"Der größte Bedarf liegt auf der menschlichen Ebene."
Auch Dirk Abel ist Elektromeister. Doch er konzentriert sich auf eine ganz andere Sparte: Im 80-Kilometer-Radius um seinen Unternehmensstandort in Mannheim gibt es Kliniken zuhauf. "Die müssen alle saniert werden", weiß Abel. Moderne medizinische Geräte wie Computertomographen gelten bereits nach fünf Jahren als alt. Auch Brandmeldeanlagen müssen spätestens nach zehn Jahren erneuert werden. Auf diese sehr anspruchsvollen Aufgaben hat er sich mit seinem Unternehmen Dektro Abel spezialisiert. Inzwischen hat der 60-Mann-Betrieb so viel Expertise, dass er selbst Krankenhausfachtagungen anbietet.
Sein Wissen bezieht Abel ebenso wie Krämer aus unterschiedlichsten Quellen. "Vieles bekommen wir gleich bei der Ausschreibung vorgegeben. Vieles ist Learning by Doing, Wissen, das sich im Laufe der Jahre immer mehr vergrößert. Jedes Jahr besuchen unsere Spezialisten Seminare des TÜV Süd. Und natürlich lesen wir viel nach und nutzen die Informationen der Hersteller", zählt Abel auf.
Mit einer einzigen Weiterbildung ist es also nicht getan. Unternehmer müssen laufend Zeit und oft auch Geld investieren, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Immerhin: Ein Großteil der Seminare schließt mit Zertifikaten ab. Auf diese Stempel legen viele Kunden großen Wert. Nicht umsonst listet Dirk Abel auf seiner Webseite 24 Zertifikate auf.
Nützliche Links: dektro.de , sks-elektrotechnik.de , etz-stuttgart.de , dhz.net/aal
Weiterbildungen und Zertifikate
- Handwerksorganisation: Sechs Fachverbände und 32 Handwerkskammern vergeben das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb". Bisher wurden rund 600 Betriebe entsprechend qualifiziert. Mindestens 16 Stunden dauert eine solche Weiterbildung, die Details regeln die einzelnen Kammern und Verbände. generationenfreundlicher-betrieb.de
- Die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) hat sich auf den Wachstumsmarkt 50 plus spezialisiert und bietet bundesweit Seminare an. Sowohl Einzelbetriebe als auch Fachverbände arbeiten mit der GGT zusammen, so der Zentralverband SHK und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke. Die zweitägigen Weiterbildungen münden in das Zertifikat "Fachbetrieb KOMFORT barrierefrei" oder "Fachbetrieb für senioren- und behindertengerechte Elektrotechnik".
gerontotechnik.de - Die Berliner Architektin Sonja Hopf hat das Portal Nullbarriere eingerichtet. Sie bündelt auf der Seite Informationen zu Gesetzen und den sonst kostenpflichtigen DIN-Normen und bietet außerdem bundesweit Seminare an. In den zweitägigen Weiterbildungen geht es um alle Punkte, die auch für die Förderung durch Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau wichtig sind. nullbarriere.de