"Rat mal, wer dran ist?" – Wer solch einen Anruf erhält, sollte aufpassen. Womöglich ist am anderen Ende kein lieber Verwandter sondern ein Betrüger. Aber auch auf der Straße, beim Geldwechseln, ist Vorsicht geboten. Die Tricks der Diebe und wie man sich schützen kann.

Wer die Zeitung aufschlägt, hat oft den Eindruck, dass Senioren besonders häufig Opfer von Betrügern werden. Die Kriminalstatistiken belegen dies allerdings nicht. Die Mehrzahl der älteren Menschen in Deutschland lebt vergleichsweise sicher. Trotzdem sind einige Tricks der Betrüger speziell auf Senioren zugeschnitten. Aber auch jüngere Menschen sollten die Maschen kennen, um im Notfall darauf vorbereitet zu sein.
Wie die Tricks aussehen und wie man sich am besten dagegen schützt, zeigt eine Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Das sind die Tricks
Eine persönliche Beziehung vortäuschen
- der Enkeltrick: Der Trick richtet sich meist an ältere Menschen. Die Täter suchen im Telefonbuch nach altmodischen Namen. Am Telefon melden sie sich so: "Rat mal, wer dran ist?". Dann warten sie, bis die Person einen Namen nennt und bitten sie im Gespräch um Geld für ein Auto oder die Kaution für die neue Wohnung. Oft erkennen die älteren Personen die Täuschung, aber nicht immer.
- der Schockanruf: Der Täter gibt sich als Rechtsanwalt eines Verwandten aus und erzählt, diese Person hätte einen schlimmen Unfall im Ausland gehabt und benötige nun finanzielle Unterstützung.
Eine zufällige Begegnung auf der Straße
- der Geldwechseltrick: Die Täter sprechen einen Passanten auf der Straße an und bitten ihn Geld zu wechseln. Wenn dieser nach den Münzen sucht, "helfen" sie und entwenden dabei unbemerkt mehrere Scheine aus dem Geldbeutel.
Bitte um Hilfe an der Wohnungstür
- eine berufliche Funktion vortäuschen: Die Täter klingeln meist unangekündigt an der Haustür und täuschen eine Funktion vor. Zum Beispiel so: "Guten Tag, ich komme von den Stadtwerken. Wir müssen dringend Ihre Wasserleitung überprüfen."
- Bitte um Hilfe: Die Täter klingeln und geben sich zum Beispiel als Nachbar aus und fragen nach einen Zettel oder einem Stift. Oder Eltern fragen, ob sie mit ihrem Kind kurz auf die Toilette dürfen. Dann verwickeln sie ihr Opfer in ein Gespräch, um Vertrauen aufzubauen. Eine Person lenkt das Opfer ab und die andere sucht in der Wohnung nach Geld und Wertgegenständen.
Abzocke am Telefon oder per Brief
- die Gewinnmitteilung: Massenhaft werden Gewinnmitteilungen verschickt, in denen steht, der Empfänger hätte bei einer Verlosung gewonnen: Geld, eine Reise oder ein Auto. Um den angeblichen Gewinn zu bekommen, müssten die Opfer aber zuerst größere Geldbeträge überweisen, um zum Beispiel Überführungskosten für das Auto zu decken. Oder bei der gewonnen Reise fallen nachträglich noch weitere Kosten an, die den Preis einer regulären Reise weit überschreiten.
So können Sie sich schützen
- gegenüber Fremden nicht nach dem e rsten positiven Eindruck handeln.
- dem eigenen Gefühl trauen, wenn etwas "nicht geheuer" ist. Sofort "nein" Sagen und das Gespräch beenden, bzw. die Person bitten, die Wohnung zu verlassen.
- möglichst große Zahlungen ohne Bargeld erledigen und nicht zu große Summen zu Hause aufbewahren.
- den Vornamen im Telefonbuch abkürzen oder weglassen, da die Täter oft nach "altmodischen" Vornamen suchen.
- am Telefon keine Auskunft über familiäre oder finanzielle Verhältnisse geben .
- nicht unter Druck setzen lassen. Lieber einen neuen Termin mit der Person vereinbaren und in der Zwischenzeit die Angaben überprüfen.
- mit Verwandten oder Freunden sprechen, bevor einer unbekannten Person Geld geliehen wird.
- beim Einkaufen nie mehr Geld als nötig mitnehmen und es möglichst nah am Körper tragen. Zum Beispiel in der Innentasche der Jacke oder in einem Brustbeutel.
- keiner unbekannten Person die Tür öffnen. Entweder eine Kette vorlegen, oder durch den Türspion schauen. Niemand ist verpflichtet eine unangemeldete Person in die Wohnung zu lassen.
- angebliche Gewinnbenachrichtigungen in der Post, gehören in den Mülleimer. Wer an keiner Verlosung teilgenommen hat, kann auch keinen Preis gewinnen.
- im Internet immer wachsam sein, vor allem beim Online-Banking. jb