Eine Dorfschmiede in Moskauer U-Bahn-Stationen? Wie das geht, macht das bayerische Unternehmen Maierhofer mit seinen Dächern und Fassaden vor. Die Geschichte des Handwerkbetriebs ist spannend – auch wenn sich Exporterfolge nicht gleich von Anfang an einstellten. Für sein Engagement im Export hat Maierhofer jetzt den Preis der Deutschen Außenwirtschaft gewonnen.
Christoph Ledder

Rudolf Maierhofer und seine Frau Evelyn sind sehr stolz und froh, dass ihr Betrieb mit dem Preis ausgezeichnet worden ist. Bei all seinen Aktivitäten hat sich das Team die Auszeichnung auch verdient. Doch zurück zum Anfang.
Alles beginnt für die Spenglerei Maierhofer 1860 im bayerischen Neuötting als klassische Dorfschmiede. Dass das Familienunternehmen – mittlerweile in der dritten Generation -- einmal geschäftlich weltweit unterwegs sein wird, konnte zu dieser Zeit niemand ahnen.
Durch Geschäftstüchtigkeit "und auch viel Glück", wie Evelyn Maierhofer schildert, hat es den Spengler-Betrieb bis in die Moskauer U-Bahn-Stationen verschlagen. Mit mittlerweile zwanzig Fachkräften ist das Handwerksunternehmen auf die Fertigung und Montage von Dächern und Fassaden aus Blech sowie aus Emaille spezialisiert.
Diese sind zum Zusammenstecken und bei vielen Kunden sowohl hierzulande als auch international sehr gefragt. Die so genannten Klick-Tec-Systeme haben sich zu einem Exportschlager entwickelt. Ob Geschäftshochhäuser, U-Bahn-Stationen, Universitätskliniken oder Botschaftsgebäude – die Reichweite des Handwerksbetriebs ist groß. Heute hat das Unternehmen Niederlassungen in Dubai und Moskau. Allerdings hat das Unternehmen auch im Ausland klein angefangen.
Erinnerung an die Anfänge
"Rumänien ist das erste Land gewesen, in das wir unsere Systeme exportiert haben“, erinnert sich Maierhofer. Das ist nun rund dreißig Jahre her. In dem damals noch kommunistischen Land hatte der Betrieb so einige Schwierigkeiten. „Einfach ist die Situation damals nicht gewesen", erinnert sich Maierhofer.
Auch hätten sie zu Beginn des Exports "sehr viel Lehrgeld zahlen müssen", sagt sie. Darüber hinaus habe der rumänische Auftrag nicht den gewünschten Gewinn abgeworfen. Aus den Fehlern der Anfangszeit hat der Betrieb gelernt. Anderen Unternehmen, die ihre Waren exportieren möchten, rät Maierhofer: "Sie müssen klein anfangen und das vorhandene Kapital sinnvoll investieren. Der finanzielle Rückhalt spielt ebenfalls eine große Rolle."
Zusammenarbeit mit einem Partner
Heute sucht sich das Unternehmen seriöse Auftraggeber in und außerhalb Europas. Ihre Dach- und Fassadensysteme exportieren sie nach Belgien, Holland, Tschechien und auch in den afrikanischen Staat Angola. "In den europäischen Ländern liefern und montieren wir die Dächer und Fassaden auch auf Wunsch des Kunden", sagt Maierhofer.
In Ländern wie Russland oder auch Angola sei das allerdings ein größeres Problem. Derzeit ist der Betrieb in und um Moskau an der Bedachung von verschiedenen U-Bahn-Stationen beteiligt. Auch Fassadenverkleidungen der öffentlichen Verkehrsstationen sind in Planung. Allerdings arbeitet der Betrieb in der russischen Metropole eng mit einem Partner zusammen, der eigene Arbeitskräfte stellt. Aus finanziellen sowie aus organisatorischen Gründen schicke man keine eigenen Mitarbeiter nach Russland.
Hilfestellung übers Internet
Die technische Unterstützung seitens des Betriebs läuft per Video-Chat. Alle wichtigen Fragen zum Bau der Dächer und Fassaden werden darüber zu festen Terminen geklärt. „Das ist für uns sehr praktisch und unkompliziert“, sagt Maierhofer.
Doch auch wenn der Betrieb weltweit viel herumkommt, bleibt der heimische Markt in und außerhalb Bayerns sein Haupt-Absatzgebiet. Maierhofer: "Wir sind ein deutsches Unternehmen, das natürlich seinen Standort immer hier behalten wird."