Studie der KfW Innovationen: Junge Betriebsinhaber sind aktiver

Je älter die Unternehmer, desto weniger Innovationen: Nach einer Untersuchung der KfW nimmt im Mittelstand die Wahrscheinlichkeit für Neuentwicklungen mit dem Alter des Betriebsinhabers ab. Und der Altersdurchschnitt der Unternehmer steigt – mit nachteiligen Auswirkungen auf die Firmen selbst.

Ältere Unternehmer im Mittelstand bringen weniger Innovationen hervor - wenn es um Produktionsprozesse geht. - © Foto: auremar/Fotolia

Der Altersdurch schnitt unter Selbstständigen steigt. Während 1995 rund 37 Prozent der Selbstständigen jünger als 40 Jahre waren, waren es 2012 nur noch 23,1 Prozent. Der Anteil der Selbstständigen über 50 Jahre ist seit 2005 um fast acht Prozent auf 43,8 Prozent gestiegen. Die Folge: die Innovationskraft im Mittelstand sinkt und damit auch die Produktivität. So lautet das Fazit einer aktuellen Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Zwar brächten auch Ältere noch Innovationen hervor. Doch liege die Wahr scheinlichkeit, dass ein Unternehmen, das von einem unter 35 Jahre alten Inhaber geführt wird, mindestens eine Innovation hervorbringt, bei rund 45 Prozent. Bei Unternehmen, dessen Inhaber 60 Jahre oder älter ist, sinkt diese Wahr scheinlichkeit auf 38 Prozent.

Weniger Innovationen bei Produktionsprozessen

Doch nicht bei Produktinnovationen ist ein Rückgang zu erkennen. Vor allem Erfindungen, die Arbeitsprozesse betreffen, werden mit höherem Alter des Unternehmers weniger. "Wenn der Zeitpunkt der Betriebsübergabe an einen Nachfolger näher rückt, werden Investitionen in Produktionsprozesse seltener getätigt", erläutert Volker Zimmermann, Autor der Studie.

Dies liege unter anderem daran, dass hier eine längere Amortisationsdauer zu erwarten ist. Betriebsinhaber könnten sich nicht sicher sein, dass ihr Nachfolger die Investitionen durch eine höhere Zahlungsbereit schaft würdigen wird.

Negative Folgen für Produktivität

Diese Tendenz wird laut den Wissen schaftlern aufgrund der demographi schen Entwicklung anhalten, wenn nicht gegengesteuert wird. Denn ein Großteil der Innovationsprojekte im Mittelstand gehe auf den Anstoß des Unternehmers selbst zurück.

Der Rückgang der Innovationskraft der Älteren dürfte sich laut KfW negativ auf die Produktivitätsentwicklung mittelständi scher Unternehmen auswirken. Denn innovative Unternehmen schaffen mehr Arbeitsplätze und können ihre Produktion durch verbesserte Arbeitsprozesse ausweiten. Ein Investitionsstau schade also auch dem Betrieb selbst.

"Das ist ein Stück weit ein natürlicher Prozess", sagt Zimmermann. Doch Betriebsinhaber könnten dem entgegenwirken, indem sie sich frühzeitig einen Nachfolger in den Betrieb holen. So könnten sich Alt und Jung im Team ergänzen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und das Bestehen des Unternehmens zu sichern, so der Wissen schaftler. Der Nachfolger könne auf diese Weise frühzeitig mit einer Neuausrichtung des Betriebs beginnen, so dass erst gar kein Investitionsstau entsteht. sch