Bei den Meisterschaften der Staplerfahrer gewinnt Stefan Theissen in einem äußerst knappen Finale. Auch im internationalen Teamwettbewerb konnte sich die deutsche Mannschaft durchsetzen.
Mirabell Schmidt
Es geht um Geschwindigkeit, es geht um Geschick. Hier sind Profis am Werk, beim heißen Draht, am Wasserrad und beim Kistenturm. Der Schnellste gewinnt. Und das ist Stefan Theissen aus Remagen. Er ist deutscher Meister im Staplerfahren. Der 32-Jährige hat damit geschafft, was vor ihm noch keiner vollbracht hat. Er hat den Titel verteidigt. Sechs Sekunden entschieden am Ende die Meisterschaft. Zweiter wurde der Staplermeister von 2011, Jörg Klößinger aus Petersaurach. Newcomer Fabian Schulte fuhr auf Platz drei.
Beim Staplercup in Aschaffenburg traten Ende September 63 Staplerprofis zum Kräftemessen an, die zuvor in 26 Regionalentscheiden ermittelt wurden. Im Wettbewerb mussten die Fahrer verschiedene Parcours mit unterschiedlichen Aufgaben meistern. Nach drei Vorrunden, Viertelfinale, Halbfinale und Finale stand der Gewinner fest.
Schon in den drei Vorrunden ging es hart zur Sache. "Ich dachte, oh, die Jungs sind echt gut drauf, das könnte knapp werden", erzählt Theissen. Doch er kam durch und Viertel- und Halbfinale konnte er sich mit Bestzeiten von der Konkurrenz absetzen.
Sechs Sekunden entscheiden die Meisterschaft
Dann das Finale: Theissens Kontrahent Jörg Klößinger liegt zunächst vorne und macht ihm das Leben schwer. Die Aufgaben: Einen Turm unter anderem aus Boxen und Gymnastikbällen stapeln und Plastikbälle aus einem Eimer in einen schmalen Zylinder kippen - alles mit dem Gabelstapler. Damit hätte manch einer schon mit den bloßen Händen Probleme. Dann passiert es: Klößingers Turm fällt zweimal hintereinander, Theissen ist nicht mehr einzuholen. Er gewinnt mit sechs Sekunden Vorsprung. "Ich hatte einen anstrengenden Gegner", sagt Sieger Theissen über Klößinger, der ein guter Freund von ihm ist.
Staplercup 2013Trainiert hat der alte und neue deutsche Gabelstaplermeister für die Titelverteidigung vor allem in seinen Mittagspausen – Theissen arbeitet als stellvertretender Lagerleiter in einer Spedition. "Ich habe mit dem Gabelstapler Centmünzen aufgenommen und so den präzisen Umgang mit der Maschine trainiert", erzählt Theissen. Zum siebten Mal nahm er in diesem Jahr am Staplercup teil.
Deutschland erobert Titel zurück
Auch beim internationalen Wettbewerb konnte sich das deutsche Team aus Stefan Theissen, Bernhard Mösche und Stephan Leifels gegen die gesamte Konkurrenz durchsetzen. Die deutsche Mannschaft holte sich damit zum fünften Mal den Titel des International Champions-Cups. Während in den Vorrunden die Tschechen sehr stark waren, erwiesen sich bei den Teamaufgaben in den Folgerunden die Niederländer als härteste Konkurrenz. Deren Kistenturm brach jedoch kurz vor Schluss in sich zusammen. Ungarn kam auf den dritten Platz.
Staplercup 2013 ParcoursAm internationalen Wettbewerb nahmen zwölf Nationen teil, Titelverteidiger Spanien schied schon in der Vorrunde aus. "Es ist unglaublich, dass mir gelungen ist, was ich mir im letzten Jahr vorgenommen habe: den internationalen Cup zurückzuholen und wieder deutscher Meister zu werden – eigentlich habe ich alles erreicht", freut sich Theissen nach dem Staplercup.
Auch der Teamwettbewerb wurde in Aschaffenburg ausgetragen. Knauf Gips aus Iphofen siegte mit minimalem Vorsprung vor der Mannschaft von der Firma Liebherr. Rang drei ging an die Staplerprofis der Mannschaft von ABB aus Hanau. Der Staplercup fand zum neunten Mal unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums statt. Insgesamt verfolgten rund 12.000 Zuschauer die Wettbewerbe.


