Das Hochwasser hat Deutschland weiter fest im Griff. Vielerorts wird jetzt schon über den richtigen Versicherungsschutz diskutiert, doch in akuten Situation hilft den Betroffenen nur, wenn alle mit anpacken und wenn die Schäden gut dokumentiert werden. Dann können später finanzielle Hilfen besser greifen.

Deutschland unter Wasser: Während sich die Lage in Bayern etwas entspannt, gibt es in Sachsen immer mehr Überschwemmungen. Hilfe für die Betroffenen ist dringend nötig, alle müssen mitanpacken.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dazu bei ihrem Besuch in Passau rasche unbürokratische Unterstützung für die Flutgebiete zu. Sie will 100 Millionen Euro als Soforthilfe für die betroffenen Regionen bereitstellen. Die Landesregierungen von Bayern, Sachsen und Thüringen wollen nach Angaben von "tagesschau.de" den gleichen Betrag beisteuerten.
In der akuten Situation fürchten viele Betroffenen um ihr ganzes Hab und Gut, auch viele Handwerksbetriebe in den Regionen wissen heute noch nicht, welchen Schaden das Hochwasser genau hinterlassen wird. Wichtig sei es deshalb jetzt alles gut zu dokumentieren, was die Fluten anrichten, rät Hartmut Drexel von der Handwerkskammer für München und Oberbayern .
Sichtbare Schäden fotografieren
"Man kann jetzt meist noch nicht beurteilen, ob das Wasser im Gebäude oder der Werkstatt von einer geplatzten Leitung kommt oder ob es Grundwasser ist", sagt der Betriebsberater. Genauso wenig könne man jetzt schon abschätzen, ob die Fluten nur viel Schlamm und Dreck hinterlassen oder ob Gebäude und Grundstücke komplett beschädigt sind. Von den bestehenden Aufträgen und angefangenen Arbeiten zu sprechen, für die ein Betrieb womöglich haften muss, sei es sowieso zu früh. Das müsse später im Einzelfall begutachtet werden.
Damit das möglich ist und es später keinen Streit mit Versicherungen, mit dem Finanzamt, weil womöglich auch Geschäftsunterlagen dem Hochwasser zum Opfer gefallen sind, oder mit dem Banken gibt, die eventueller Förderprogramme auszahlen, sollten betroffene Handwerker die jetzige Lage und die bereits sichtbaren Schäden fotografieren.
Noch besser sei es, zusätzlich Zeugenaussagen von Nachbarn oder Helfern vor Ort aufzunehmen. " Fotos, auf denen zu sehen ist, dass die ganzen Ordner im Büro tropfend nasse sind und dass der Laptop im Wasser schwimmt, dienen dann als Nachweis, wie schlimm es wirklich war", sagt Hartmut Drexel.
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Jetzt Tipps zu den Versicherungen, die nun greifen, und zu möglichen finanziellen Belastungen will er noch nicht geben, da man erst einmal die Schäden feststellen müsse. "Was dann greift, kann man nur im Einzelfall sagen und mit Blick auf die bereits bestehenden Verträge", sagt der Betriebsberater. Pauschale Urteile seien oft nicht passend, denn es komme immer auf das Kleingedruckte in den Policen an.
Um genauso diese individuellen Schadensfälle zu beurteilen und zu passenden Hilfen zu gelangen, unterstützen die Betriebsberater der Handwerkskammern. In den betroffenen Regionen haben die Kammern spezielle Telefonhotline und Krisenstäbe gegründet.
Für den Notfall
Eine Versicherung, die im Notfall jetzt schon direkt bei den Einsätzen vor Ort genötigt wird, ist allerdings die Unfallversicherung über die Unfallkasse des Bundes. Dieser Versicherungsschutz gilt für alle Personen, die im Interesse der Allgemeinheit tätig sind. Er betrifft sowohl hauptamtlich Beschäftigte wie Sanitäter, Polizisten oder Ärzte als auch ehrenamtlich Tätige im Dienst von Bund, Ländern, Gemeinden und anderen öffentlich-rechtlichen Institutionen sowie alle Personen, die bei Unglücksfällen wie Naturkatastrophen Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher Gefahr für seine Gesundheit retten.
Bei einem Unfall sollten sich Betroffene deshalb an die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wenden und baldmöglichst einen sogenannten Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Adressen dieser Ärzte hat die DGUV im Internet unter dguv.de zusammengestellt. jtw