Deutsche Betriebe kümmern sich um ihre Mitarbeiter: Im vergangenen Jahr nahmen mehr Deutsche als je zuvor an Weiterbildungen teil. Dafür verantwortlich waren vor allem die Arbeitgeber, die zunehmend betriebliche Fortbildungen veranlassen.

So viele Deutsche wie noch nie haben sich 2012 weitergebildet. 49 Prozent der 18-64-Jährigen haben laut einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebenen Studie im vergangenen Jahr an einer Weiterbildung teilgenommen. Nachdem die Beteiligung von 2007 bis 2010 rückläufig gewesen war, konnte die negative Entwicklung der Vorjahre 2012 damit sogar überkompensiert werden.
Als Weiterbildungen gelten Kurse oder Lehrgänge, kurzzeitige Bildungs- und Weiterbildungsveranstaltungen, Schulungen am Arbeitsplatz oder Privatunterricht in der Freizeit. Im vergangenen Jahr wurden mit 64 Prozent der Weiterbildungen erstmals wieder mehr Fortbildungen betrieblich veranlasst. Gleichzeitig sank der Anteil individueller berufsbezogener Weiterbildung im gleichen Zeitraum von 23 Prozent auf 18 Prozent. Der Anstieg der Teilnahmequoten ist daher vor allem auf betriebliche Weiterbildungen zurückzuführen.
Mehr als die Hälfte der Betriebe zahlt Fortbildung
Die Arbeitgeber werden dabei anscheinend spendierfreudiger. Mit sechs von zehn Betrieben, die 2012 die Kosten für Fortbildungen übernahmen, zeigt sich auch 2010 eine positive Entwicklung. Dabei geht der größte Teil der Fortbildungen nicht auf Maßnahmen des Arbeitsamtes zurück. Mehr als drei Viertel der Personen (56 Prozent) die an einer Weiterbildung teilnahmen, waren erwerbstätig, 29 Prozent waren arbeitslos.
Die Zunahme an betrieblichen Weiterbildungen zieht sich durch alle beruflichen Gruppen. Am stärksten ist dabei der Anstieg bei den Fach- und Führungskräften in Westdeutschland und in Ostdeutschland bei den Un- und Angelernten sowie unter den Fachkräften.
Deutschlandweit machten 2012 unter den 18- bis 64- Jährigen 30 Prozent der Un- und Angelernten, 54 Prozent der Fachkräfte und 70 Prozent der Führungskräfte eine Fortbildung.
Ostdeutschland wissenshungriger als Westdeutschland
In Ostdeutschland nahmen mit 61 Prozent insgesamt deutlich mehr 18- bis 64-Jährige an einer Weiterbildung teil, als in Westdeutschland (54 Prozent). Im Vergleich zu 2010 bedeutet das einen wesentlich stärkeren Anstieg im Osten des Landes (+ 11 Prozent) als in den alten Bundesländern (+ 5 Prozent). sch