Wenn Menschen in Not sind, muss es schnell gehen. Deshalb gibt es mit der 112 eine EU-weit einheitliche Notrufnummer. Doch die Nummer ist laut BITKOM nur wenigen EU-Bürgern bekannt.

"Die 112 muss gewählt werden, wenn es lebensgefährlich wird", sagt Prof. Peter Sefrin. Dazu gehörten schwere Unfälle, Vergiftungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot, starker Blutverlust und andere lebensbedrohliche Situationen, so der DRK-Bundesarzt.
Die einheitliche Notrufnummer wurde im Dezember 2008 in allen 27 EU-Ländern eingeführt. Sie ist EU-weit kostenlos aus dem Fest- und Mobilfunknetz zu erreichen. In allen 27 Mitgliedsstaaten kann so der zuständige Notrufdienst, etwas die Polizei oder Feuerwehr, erreicht werden.
Dem Branchenverband BITKOM zufolge wissen nur 26 Prozent der EU-Bürger, dass sie unter der Rufnummer 112 europaweit Notrufe absetzen können. In Deutschland sei sogar nur jedem Fünften (21 Prozent) die Nummer bekannt. Das habe eine Eurobarometer-Umfrage ergeben, so der BITKOM.
Nach Plänen von der EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, sollen nun Smartphone-Apps für den 112er Notruf in allen europäischen Landessprachen programmiert werden. Damit will man die unbefriedigende Situation verbessern.
Die 112 funktioniert häufig parallel zu den landestypischen Notrufnummern. In Dänemark, Finnland, Malta, Portugal, Rumänien, Schweden und den Niederlanden soll die Nummer zur einzigen landesweiten Haupt-Notrufnummer werden. Auch außerhalb der Europäischen Union kann in einigen Ländern unter der 112 Hilfe gerufen werden. Dazu gehören unter anderem Kroatien, Montenegro und die Türkei. dhz