Eine Studie des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) räumt mit dem Vorurteil auf, dass kleine und mittlere Betriebe (KMU) weniger innovativ seien als große Unternehmen. Sie entwickeln zwar selten echte Neuheiten, haben aber ein Gespür für Weiterentwicklungen.
Zählt man nämlich die Neuerungen im nicht-technologischen Bereich dazu, zum Beispiel der Aufbau neuer Vertriebskanäle, müssen sich die kleinen und mittlere Betriebe nach einer Studie der IfM-Experten nicht verstecken: in der Kategorie zehn bis 49 Mitarbeiter beteiligen sich laut Studie 78 Prozent der Betriebe aktiv am Innovationsprozess sowie 84 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten.
Damit ist die Innovationsquote der Kleinbetriebe nur um zwei Prozent geringer als der Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Im Gegensatz zu großen Unternehmen belassen es viele KMUs jedoch dabei, vorhandene Technologien gewinnbringend weiterzuentwickeln.
Kleine und mittlere Unternehmen können sich laut dem IfM besonders flexibel an Veränderungen des Marktes und insbesondere der Nachfrage anpassen. Diese Eigenschaft macht die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft der KMU aus sowie ihre Bereitschaft sich Partner zu suchen. Um fehlende Kapazitäten und Know-how zu kompensieren gehen viele Unternehmer überbetriebliche Zusammenschlüsse ein: Als Innovationspartner setzt kleine und mittlere Betrieb auf Firmenkunden, Unternehmensberater oder suchen sich Unterstützung aus der Wissenschaft.
KMU beteiligen sich jedoch seltener an Forschung und Entwicklung (FuE) als Großunternehmen. Neuentwicklungen kommen aufgrund der hohen Kosten vorwiegend von Konzernen. dhz