Es ist soweit: Zum 30. März wurden die Unternehmensseiten auf Facebook automatisch auf das neue Layout, genannt Timeline, umgestellt. DHZ-Online erklärt, welche Neuerungen im Detail damit verbunden sind und was Sie tun können, damit ihr Auftritt ein Erfolg wird.
Steffen Guthardt
Optisch sticht bei der neuen Timeline sofort das große Aufmacherbild heraus, das sich auf 851 x 315 Pixel erstreckt und der Seite ein modernes Gesicht verleiht. Dort könnten Betriebe zum Beispiel ihr Firmenlogo, die Unternehmenszentrale oder die Mitarbeiter präsentieren. Verboten sind hingegen Preis- oder Kaufinformationen, Kontaktinformationen und Handlungsaufrufe wie "Jetzt kaufen" oder "Empfehle uns weiter".
Unterhalb des Aufmachers werden in quadratischen Kästen Freunde, Fotos und Videos, der Standort und "Gefällt mir"-Angaben angezeigt.
Darunter folgt die wichtigste Neuerung der Timeline: Die Einträge der Facebook-Fans werden nun chronologisch in zwei Spalten angezeigt. Am rechten Seitenrand befindet sich die Zeitleiste, mit der sich die Einträge nach verschiedenen Zeitabschnitten sortieren lassen (jetzt, Monat, Jahr, Gründung). Unternehmen können fehlende Jahre hinzufügen und mit diversen Daten (Fotos, Videos, Einträge etc.) befüllen. Wenn der Betrieb es möchte, lassen sich auf diese Weise alle wichtigen Ereignisse in der Firmengeschichte bis hin zum Gründungsjahr zurückverfolgen.
Besonders wichtige Einträge lassen sich als sogenannte "Meilensteine" kennzeichnen, weniger wichtige Beiträge werden kleiner dargestellt. Über die Menüeinstellungen lässt sich die Ansicht aber auch jederzeit nach den eigenen Vorlieben anpassen.
Bisherige Navigation verschwindet
Hingegen verfügen die neuen Facebook-Seiten in der linken Spalte nicht mehr über eine Navigationsstruktur. Facebook begründet den Schritt damit, dass es erwiesen sei, dass Fans auf die Beiträge eines Unternehmens vorrangig über einen eigenen Newsfeed zugreifen und eher selten über die einzelnen Tabs durch die Unterseiten steuern.
Auffällig am neuen Design ist auch die Verwendung verschiedener Schriftgrößen, um die Wertigkeit einzelner Bereiche der Seite hervorzuheben. Besonders groß werden etwa die Kennzahlen des Profils dargestellt. Jedem Fan sticht sofort ins Auge "wie vielen Personen die Seite gefällt" und "wie viele darüber sprechen".
Als störend dürfte es der eine oder andere Unternehmer empfinden, dass Statistiken im Profil – wie etwa eine Monatsanalyse und demographische Daten –, die bisher nur für Seitenadministratoren zugänglich waren, zukünftig auch für Fans einsehbar sind. Diese Änderung ist dem Bestreben von Facebook nach mehr Transparenz der Unternehmen geschuldet. Andererseits können Betriebe damit künftig auch die Performance ihrer Wettbewerber besser verfolgen und Zugang zu Daten erhalten, die sonst im Verborgenen bleiben würden.
Auch die Kommunikation zwischen Unternehmen und Fans wird sich mit der Timeline weiterentwickeln. Neben den klassischen Beiträgen direkt auf der Facebook-Seite können Fans nun über einen Posteingang Direktnachrichten an die Unternehmen senden.
Mehr Transparenz
Insgesamt betrachtet, profitieren vor allem die Fans von der Timeline, weil Unternehmensseiten durch die neue Struktur an Transparenz gewinnen und die Eingriffsmöglichkeiten für Betriebe eingeschränkt werden. Der optische Eindruck der neuen Seiten kann allerdings überzeugen und orientiert sich mit den großen Bildern an aktuellen Layout-Trends.
Unternehmen stehen also vor der Qual der Wahl, ob sie die Transparenz-Offensive mitmachen wollen oder zu einem anderen sozialen Netzwerk wie etwa Google+ wechseln.
Allerdings gibt es derzeit auch noch eine kleine Hintertür, um die Darstellung der Timeline zu umgehen. Durch ein Add-on ihres Internetbrowsers kann Facebook vorgetäuscht werden, dass sie einen veralteten Browser verwenden, der nicht die technischen Voraussetzungen der Timeline erfüllt. Allerdings erscheint das Unternehmensprofil auf allen Rechnern mit modernem Browser dann trotzdem in der neuen Optik. Besser eignen sich die diversen, teils versteckten Menüeinstellungen, um das Design nach dem eigenen Geschmack auszurichten.