Modernisierung der kaufmännischen Lehre Büromanagement: Neue Ausbildungskonzeption kommt

Das veraltete Curriculum für Bürokaufleute wird derzeit überarbeitet. Die Ausbildung soll zukünftig handlungsorientiert aufgebaut sein. Die Ausbildungsgänge für Handwerk und Industrie werden zusammengelegt, aber die Lohnunterschiede bleiben.

Der neue Ausbildungsgang "Kaufmann/frau für Büromanagement" soll die bisherigen Ausbildungsgänge bündeln und modernisieren. - © Bundesinstitut für Berufsbildung

Die Konzeption der kaufmännischen Ausbildung stammt aus den 1990er Jahre. Mit einem neuen Rahmenlehrplan, sollen auch die Ausbildungsgänge zusammengelegt werden. Aus den drei Ausbildungsgängen Bürokaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation und Fachangestellten für Bürokommunikation wird ein einheitlicher Ausbildungsberuf. Der neue Ausbildungsgang "Kaufmann/frau für Büromanagement" soll 2013/14 anlaufen.  

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) treibt die Neuordnung der Büroberufe voran. Um die Qualität der Arbeit der Sachverständigen und die anschließende aufwendige Neuorganisation der Ausbildungsgänge in Betrieben und Schulen zu sichern, soll es keinen Zeitdruck geben. Im Jahr 2013 soll der neue Ausbildungsgang im Bundesgesetzblatt publiziert werden. Mit dem Inkrafttreten rechnet das BIBB zum 1. August 2013 oder 2014.

Kaufmännische Ausbildung besonders bei Frauen beliebt

Mit rund 90.000 Ausbildungsverhältnissen ist dieser Ausbildungsberuf nach Angaben des BIBB einer der größten unter den dualen Ausbildungen. Rund 68.000 der Auszubildenden sind Frauen. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes ist der Beruf Bürokauffrau unter den Top drei der beliebtesten weiblichen Ausbildungsberufe. Im Jahr 2010 schlossen 15.273 Frauen einen Ausbildungsvertrag in diesem Bereich ab.

Büro- und Geschäftsprozesse sind nach Angaben des BIPP der Kern des neuen Berufsprofils. Mindestens zwei Wahlqualifikationen mit einer Dauer von jeweils fünf Monaten sollen diese Kompetenzen ergänzen. Weitere Inhalte können als Zusatzqualifikation vermittelt und geprüft werden. Die Abschlussprüfung soll künftig in zwei Abschnitte aufgeteilt werden. Einzelheiten arbeiten die Sachverständigen noch aus.

Neues pädagogisches Vorgehen in der Berufsschule

Daneben arbeitet die Kultusministerkonferenz an einen neuen Rahmenlehrplan für die schulische Ausbildung. Die Handlungsorientierung soll in den Mittelpunkt rücken. Dadurch wird die bisherige Fächerorientierung aufgehoben und die Berufsschulinhalte auf eine neue pädagogische Grundlage gestellt.

Nach der Neuordnung will das BIBB Hilfen bereitstellen, um die Ausbilder bei der Umsetzung zu unterstützen. "Breit angelegte Berufe mit Differenzierungsmöglichkeiten erhöhen die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt für beide Seiten. Darüber hinaus sind sie in Zeiten sinkender Schulabgängerzahlen im dualen System besser zu organisieren als viele kleine Nischenberufe", sagte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser.

Für Handwerksbetriebe bedeutet die Reform, dass ihre kaufmännischen Lehrlinge künftig gemeinsam mit den Auszubildenden aus der Industrie am Unterricht teilnehmen. Letztere sollten auch nach der Reform deutlich mehr verdienen als die Bürokräfte im Handwerk. dhz