Die Deutschen rechnen im Alter mit deutlichen Einschränkungen ihrer Bezüge. Im Schnitt erwarten sie eine Rentenlücke von durchschnittlich 600 Euro. Dennoch ist nur rund jeder Vierte bereit, einiges für die Altersvorsorge auszugeben.
Die Deutschen sehen ihre Altersvorsorge pessimistisch, das ergab eine repräsentative Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Jeder zweite geht davon aus, dass er sich im Alter einschränken muss. Dennoch sind Ausgaben für Produkte der Altersvorsorge nicht sonderlich beliebt. Nur 24 Prozent der Befragten sind bereit, einiges für die Altersvorsorge auszugeben.
In der Krise wird lieber konsumiert
Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, führt diese Einstellung auch auf die Krise in der Euro-Zone zurück. "Sie führt dazu, dass die Bürger immer weniger das Gefühl haben, langfristig verlässlich planen und sparen zu können. Dieser Eindruck stimuliert eher den kurzfristigen Konsum als die langfristige Vorsorge. In der Konkurrenz mit Hobbys, Reisen oder Ausgaben für die eigene Wohnung wird die Altersvorsorge oft zurückgestuft."
Auch für 2012 ist keine Trendwende in Sicht. Nur 15 Prozent der Bürger planen in diesem Jahr mehr Geld für die private Altersvorsorge auszugeben. Besonders jüngeren und einkommensschwachen Menschen fällt es schwer, überhaupt Geld dafür zu sparen. Sicherheit ist für die Deutschen das wichtigste Kriterium bei der Altersvorsorge, Rendite ist dagegen zweitrangig.
Riester-Rente weniger angesehen
Am beliebtesten sind Immobilien als Altersvorsorge. Das Ansehen der Riester-Rente ist dagegen in nur drei Jahren stark gesunken. Waren 2008 noch 38 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Riester-Rente sich lohnen würde, so waren es 2011 nur noch 22 Prozent. Köcher führt dies auf die kritische Berichterstattung der Medien zurück, dies gehe auch aus der Befragung hervor. Sie sagte, bei allen berechtigten Debatten über die Details der staatlich geförderten Altersvorsorge dürften die Bürger nicht davon abgebracht werden, überhaupt Geld zurückzulegen.
Informationsplattform für Bürger
Um Bürger für die Altersvorsorge zu motivieren, sind transparente Informationen wichtig. Deswegen wünscht sich der Vorsitzende des GDV-Hauptausschusses Lebensversicherung, Maximilian Zimmerer, eine Informationsplattform, die es jedem Bürger per Mausklick ermöglicht, den Stand seiner gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorgeansprüche zu erfahren. Ein ähnliches Modell gibt es bereits in Dänemark. dapd
Lesen Sie im Ratgeber, worauf es bei der Altersvorsorge ankommt, und wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden.
